Full text: Ferdinand Lassalle

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sich, daß viele es sich nicht anders erklären konnten, als 
daß sie ein Liebesverhältnis voraussetzten. Da die 
Menschen im allgemeinen weder Prinzipien noch Ge 
wissen haben, so begreifen sie nicht, daß es andere gibt, 
für welche diese Dinge die mächtigste Triebfeder sind. 
Man sagte also, ich sei in sie verliebt. Aber für den 
Grafen war eine solche schwarze Verleumdung noch 
nicht genug. Er suchte das Gerücht zu verbreiten, trotz 
meiner unabhängigen finanziellen Lage, daß ich mich 
seiner Angelegenheit nur aus schändlicher Spekulation 
angenommen habe. 
Alles das ging mir sehr zu Herzen. Wenn die Ver 
leumdung von Haus ju Haus läuft, so kann man ihr nicht 
von Haus zu Haus nachlaufen, um sie zu widerlegen. 
Deshalb brauchte ich eine Gelegenheit, um selbst zum 
ganzen Volk sprechen zu können! Ich brauchte einen 
Kriminalprozeß, eine feierliche Gelegenheit, um alle 
Verleumdungen niederzuschlagen, um mit Beweis 
stücken in der Hand hervorzutreten, um die Lüge nieder 
zuschmettern und durch unumstößliche Tatsachen die 
wahre Natur meiner Schilderhebung für die Gräfin 
klarzulegen. 
Andererseits war es mir auch nötig im Interesse der 
Gräfin. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, vor allem Volke 
diesen Streit zwischen ihr und dem Grafen kundzutun 
und aufzudecken und durch die Darlegung der Ge 
schichte dieser Ehe ihn moralisch zu vernichten und ihr 
eine schreckliche Genugtuung zu verschaffen, 
l'. Die Advokaten beschworen mich freilich, das nicht zu 
tun und in diese Debatten nicht auch den Streit zwischen 
ihr und ihm hereinzuziehen, um meine eigene Gefahr
	        
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