Full text : Ferdinand Lassalle

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Aber  nun  erkannte  ich  erst  meine  wahre  Kraft.  Nach
jeder  Niederlage  erhob  ich  mich  wieder,  gefährlicher  wie
vorher.  Immer  neue,  schrecklichere  Angriffe  fand  ich
heraus.
Als  ich  die  feindlichen  Richter  sah,  hatte  ich  beinahe
selbst  schon  jede  Hoffnung  auf  Sieg  aufgegeben.  Aber
ich  wollte  wenigstens  kämpfen,  solange  ich  lebte,  und
nur  sterbend  nachgeben.
Was  soll  ich  Ihnen  sagen?  Nach  vielen  langen  Jahren,
nach  unsagbaren  Leiden,  war  ich  endlich  —  im  August
1854  —  dahin  gelangt,  dieses  Ungeheuer  von  einem
Menschen,  diesen  Starrkopf  vollständig  zu  besiegen.
Endlich  hatte  ich  diesen  vornehmen  Herrn  gebrochen!
Endlich  hielt  ich  ihn  unter  meinen  Füßen!  Ich  diktierte
ihm  den  Frieden  nicht  nur  unter  für  ihn  erniedrigenden, ­
  sondern  geradezu  entehrenden  Bedingungen.  Ich
hatte  endlich  diese  Frau  aus  seiner  Gewalt  befreit
und  ihn  gezwungen,  ihr  ein  sehr  großes  Vermögen
abzutreten.
Hiermit  hat  die  Gräfin  kein  großes  Glück  gehabt.
Sie  verlor  einen  großen  Teil  ihres  Vermögens  in  der
Krisis  von  1857,  einen  andern  großen  Teil  übergab
sie  ihrem  Sohn  Paul,  der  jetzt  in  Paris  lebt.  Dessenungeachtet ­
  hat  sie  noch  ein  sehr  großes  und  unabhängiges
Vermögen  behalten.
Nachdem  ich  den  Grafen  gezwungen  hatte,  sich  zu  unterwerfen, ­
  erlebte  ich  noch  die  Genugtuung,  zu  sehen,  wie
nun  auch  die  Verwandten  der  Gräfin  kamen,  um  Frieden
mit  ihr  zu  schließen.  Nachdem  sie  triumphiert  hatte,
bot  ihr  nun  auch  die  Familie,  die  sie  zur  Zeit  der  Gefahr
im  Stich  gelassen  hatte,  ihre  Hilfe  an.
            
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