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Verstand machte einen sehr angenehmen Eindruck und
flößte Zutrauen ein. Die Liebe zum Sohne sprach aus
dem ganzen Wesen des Alten. Ich erinnere mich einer
charakteristischen Phrase aus dem Gespräche des Vaters
mit dem Sohne:
„Vater! Was hast du heute zu tun?" fragte Lassalle
bald nach dessen Ankunft.
„Bloß dich zu lieben, mein Kind!" antwortete heiter
der Alte, indem er die Hand auf die Schulter des Sohnes
legte.
„Nun, das ist ausgezeichnet. Ich besorge eine Loge
im Theater. Heute wird ,Lohengrin' von Wagner ge
geben, er wird selbst das Orchester dirigieren."
„Ich eile, eine Loge zu holen, und werde bestimmt
eine auftreiben."
Um zwölf Uhr berieten sich mein Vater und Lassalle
lange nnt Or. Frerichs, der meinem Vater kein solches
Vertrauen einflößte wie Walther. Darauf kam die Gräfin
Hatzfeldt. Der alte Lassalle brachte die Billetts zur
Loge und ging selbst, die Mutter Lassalles zum Mittag
essen abzuholen. Die Mutter war das gerade Gegen
teil von ihrem Manne. So kräftig, jugendlich, frisch und
beweglich der Alte war, so gebrechlich, schwach und kraft
los war seine Frau. Ein kleines, krankes Mütterchen,
ganz verschrumpft, ganz taub, blickte sie ebenso liebevoll
mit ihren kleinen zusammengekniffenen und blöden
Augen auf den Sohn wie auf den Vater. Nur mit den
Augen folgte sie dem Gespräch und nickte gutmütig
zustimmend nnt dem Kopfe, lächelnd, als ob sie sagen
wollte: Ich verstehe nichts von dem, was ihr alle
da so fröhlich miteinander plaudert, aber ich freue mich,