Full text: Ferdinand Lassalle

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1000 bis 2000 Mitglieder .......” 2 
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über 300 000 Mitglieder ................... er 
Auch die Beziehungen der Verbände untereinander sind sehr viel 
lockerer, als das bei uns üblich ist. Das gewerkschaftliche Leben 
spielt sich mehr innerhalb des einzelnen Verbandes ab. Die Be- 
rührungspunkte im Rahmen der Gesamtbewegung sind seltener und 
beschränken sich fast ganz auf Ausschüsse der oberen Funktionäre. 
Dem einzelnen Gewerkschaftsmitglied ist sein Verband, ja mehr 
noch seine Lokalunion, oft der Inbegriff der ganzen Gewerkschafts- 
bewegung. Dass die dezentralistische Tendenz der Gesamt- 
bewegung sich auch noch innerhalb der einzelnen Zentralverbände 
fortsetzt, dass die Selbständigkeit der Lokalvereine grösser ist und 
die Mitglieder desselben Zentralverbandes in einem Ort sich häufig 
auf eine ganze Anzahl Lokalunionen aufteilen, von denen jede eine 
eigene Verwaltung, häufig ein eigenes Bureau und eigene An- 
gestellte hat, wurde bereits ausgeführt. 
Die Voranstellung der engeren Berufsinteressen zeigt sich auch 
bei den Bemühungen, auf den Arbeitsmarkt Einfluss zu erlangen. 
Die Sicherheit der Arbeitsgelegenheit ist für jeden Arbeiter ein 
hochgeschätzter Vorteil, und diesen Vorteil zu vertreten, ist eine 
naheliegende Aufgabe der Gewerkschaften. Auch bei uns und in 
anderen Ländern ist zu beobachten, dass jede Gewerkschaft dabei 
vornehmlich an die eigenen Mitglieder denkt und wenig davon 
erbaut ist, wenn auf ihrem Arbeitsmarkt andere Verkäufer der Ware 
Arbeitskraft auftreten. Das dem Berufsegoismus entzgegenstehende 
Gefühl einer allgemeinen Arbeitersolidarität wirkt aber doch bei 
uns stark bremsend auf diese Tendenz ein. In Amerika sahen wir 
diese Tendenz jedenfalls weit stärker entwickelt, wie denn dort 
überhaupt die Sicherung des Arbeitsplatzes durch die Gewerkschaft 
eine grössere Rolle spielt. Es gibt wohl nur wenige Tarifverträge, 
in denen nicht das Recht der vertragschliessenden Gewerkschaft 
verbrieft ist, alle Arbeitsplätze in den Vertragsbetrieben aus- 
schliesslich mit ihren Mitgliedern besetzen zu dürfen. Dies Recht 
gilt geradezu als das Primat des gewerkschaftlichen Einflusses. 
Der „Union-Shop“, d.h. der von den Gewerkschaften erfasste 
Betrieb, ist deshalb auch immer ein „Closed-Shop“, d. h. für Nicht- 
organisierte verschlossen. Umgekehrt ist aber auch der „Open- 
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