Full text: Ferdinand Lassalle

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Auf Schleichwegen sollt« Helene, die nach Genf zurückgekehrt 
war, diesen Brief LassalleL erhalten. 
„In fünf Tagen sind wir getraut" 
München, 19. August 
Helene! 
Meine unbeschreiblichen Qualen schildere ich Dir ein 
andermal. Hier nur soviel: 
. 1. Man hat Dich getäuscht. Du bist niajorenn. Nicht 
nur nach Genfer Gesetz, auch nach bayerischem mit ein 
undzwanzig Jahren. Nach Genfer Gesetz kannst Du 
jeden Augenblick das Haus Deines Vaters verlassen, 
eigne Wohnung nehmen (Hotel usw.), die drei aotos 
r68peotu6ux machen und nach drei Monaten von dem 
ersten an mich heiraten. Rüstow, Amberny, die Genfer 
Behörden, die alle benachrichtigt sind, werden Dich 
während dieser drei Monate schützen, übrigens gibt es 
einen kürzeren Weg. An demselben Tage, wo Du das 
Haus Deines Vaters verlässest, bringt Dich Rüstow sicher 
nach Italien, mich hintelegraphierend. In fünf Tagen 
sind wir durch den ersten besten Priester dort katholisch 
getauft und getraut. 
2. Aber auch nach bayerischem Recht ist, da Du majo 
renn bist, die Einwilligung Deines Vaters zur Ehe nicht 
unerläßlich, sondern kann durch die Gerichte gegeben 
werden, und Haenle hier hat mir sein Wort darauf ge 
geben, daß ich sie erhalte. Eine Welt ist bereits von 
allen Seiten für mich in Bewegung. Sehr nützlich wäre 
es auch, wenn Du mir eine schriftliche Vollmacht, einen 
blößen Brief für Advokat Haenle in München schicktest,
	        
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