Full text : Ferdinand Lassalle

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Helenens  ewige  Liebe  und  Treue
Sr.  Hochwohlgeboren  Herrn  Lassalle!
Nachdem  ich  mich  von  ganzem  Herzen  und  in  tiefster
Reue  über  die  von  mir  unternommenen  Schritte  wieder
mit  meinem  verlobten  Bräutigam  Herrn  Janko  von
Nacowitza  ausgesöhnt  und  dessen  Liebe  und  Verzeihung
wiedergewonnen  habe,  nachdem  ich  davon  auch  Ihrem
Rechtsanwalt  Herrn  Holthoff  in  Berlin  Nachricht  gegeben ­
  habe,  bevor  ich  dessen  abmahnenden  Brief  erhielt  —
erkläre  ich  Ihnen  freiwillig  und  aus  voller  Überzeugung,
daß  von  einer  Verbindung  zwischen  uns  nie  die  Rede
sein  kann,  daß  ich  mich  von  Ihnen  in  jeder  Beziehung
lossage  und  fest  entschlossen  bin,  meinem  verlobten
Bräutigam  ewige  Liebe  und  Treue  zu  widmen.
Helene  von  DoennigeS
Die  Antwort,  die  Lassalle  schrieb,  ist  Helene  leider  nicht  zugestellt ­
  worden.

Lassalles  letztes  Wort  an  Helene
Helene!
Ich  schreibe  Dir,  den  Tod  im  Herzen.  Rüstows  Depesche ­
  hat  mich  tödlich  getroffen.  Du,  Du  verrätst  mich!
Es  ist  unmöglich!  Noch,  noch  kann  ich  an  so  viel  Felonie,
so  furchtbaren  Verrat  nicht  glauben.  Man  hat  Deinen
Willen  vielleicht  momentan  gebeugt,  gebrochen.  Dich
Dir  selbst  entfremdet;  aber  es  ist  nicht  denkbar,  daß  dies
Dein  wahrer.  Dein  bleibender  Wille  sei.  Du  kannst
nicht  jede  Scham,  jede  Liebe,  jede  Treue,  jede  Wahrheit ­
  von  Dir  geworfen  haben  bis  zu  diesem  äußersten
            
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