Full text: Ferdinand Lassalle

höre, o höre mein Wort! — wenn Du jetzt an ihm fest 
hieltest, beweinen Dein Leben lang! 
Helene, treu meinem Wort: „jo ms Charge du reste" 
sitze ich hier und tue alle Schritte, den Widerstand Deines 
Vaters zu brechen. Bereits habe ich tteffliche Mittel 
in der Hand, die gewiß nicht wirkungslos bleiben. 
Und führten sie nicht zum Ziel, noch besitze ich tausend 
und tausend Mittel und will alle Hindernisse zu Staub 
zerreißen, wenn Du treu bleibst; denn weder meine 
Kraft noch meine Liebe zu Dir hat Grenzen: Je me 
Charge toujours du reste! Die Bataille ist ja kaum 
engagiert. Kleinmütige! 
Und während ich hier sitze und Unmögliches bereits 
erreicht habe, verrätst Du mich dort auf die Schmeicheleien 
eines anderen Mannes! 
Helene! Mein Schicksal steht in Deiner Hand! Aber wenn 
Du mich zerbrichstdurch diesen bübischen Verrat,den ich nicht 
überwinde, so möge mein Los auf Dich zurückfallen, und 
mein Fluch Dich bis zum Grabe verfolgen! Es ist der Fluch 
des treuesten, von Dir tückisch gebrochenen Herzens, mit 
dem Du das schändlichste Spiel getrieben. Er trifft sicher! 
Nach Nüstows Depesche willst Du Deine Briefe zurück. 
Du würdest sie jedenfalls niemals anders bekommen, 
als von mir nach einer persönlichen Unterredung. Denn 
jedenfalls noch einmal will und muß ich Dich persönlich 
sprechen. Ich will und muß daö Todesurteil aus Deinem 
eignen Munde hören. Nur so werde ich glauben, was 
sonst unmöglich scheint! 
Ich betreibe hier weiter die Schritte, Dich von hier 
aus zu erringen, und komme dann nach Genf! 
Mein Los über Dich, Helene! F. Lassalle 
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