höre, o höre mein Wort! — wenn Du jetzt an ihm fest
hieltest, beweinen Dein Leben lang!
Helene, treu meinem Wort: „jo ms Charge du reste"
sitze ich hier und tue alle Schritte, den Widerstand Deines
Vaters zu brechen. Bereits habe ich tteffliche Mittel
in der Hand, die gewiß nicht wirkungslos bleiben.
Und führten sie nicht zum Ziel, noch besitze ich tausend
und tausend Mittel und will alle Hindernisse zu Staub
zerreißen, wenn Du treu bleibst; denn weder meine
Kraft noch meine Liebe zu Dir hat Grenzen: Je me
Charge toujours du reste! Die Bataille ist ja kaum
engagiert. Kleinmütige!
Und während ich hier sitze und Unmögliches bereits
erreicht habe, verrätst Du mich dort auf die Schmeicheleien
eines anderen Mannes!
Helene! Mein Schicksal steht in Deiner Hand! Aber wenn
Du mich zerbrichstdurch diesen bübischen Verrat,den ich nicht
überwinde, so möge mein Los auf Dich zurückfallen, und
mein Fluch Dich bis zum Grabe verfolgen! Es ist der Fluch
des treuesten, von Dir tückisch gebrochenen Herzens, mit
dem Du das schändlichste Spiel getrieben. Er trifft sicher!
Nach Nüstows Depesche willst Du Deine Briefe zurück.
Du würdest sie jedenfalls niemals anders bekommen,
als von mir nach einer persönlichen Unterredung. Denn
jedenfalls noch einmal will und muß ich Dich persönlich
sprechen. Ich will und muß daö Todesurteil aus Deinem
eignen Munde hören. Nur so werde ich glauben, was
sonst unmöglich scheint!
Ich betreibe hier weiter die Schritte, Dich von hier
aus zu erringen, und komme dann nach Genf!
Mein Los über Dich, Helene! F. Lassalle
252