Full text: Ferdinand Lassalle

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Nach sechseinhalb Uhr fuhren wir mit Hofstetten, den 
Lassalle für alle Fälle mitnehmen wollte, nach Carouge, 
einer Vorstadt von Genf, ab. Hier sollten sich die Par 
teien um siebeneinhalb Uhr treffen. Vor der Abfahrt 
hatte mir Lassalle sein Testament übergeben, das ich 
im Fall eines unglücklichen Ausgangs der Frau Gräfin 
von Hatzfeldt zur Beförderung an die Genfer Justiz 
übergeben sollte; wie auch geschehen ist. Vor sieben Uhr 
waren wir in Carouge. Unterwegs hatte niich Lassalle 
wiederholt gebeten, ich möge doch machen, daß das 
Duell auf französischem Boden stattfinde, damit er doch 
in Genf bleiben und die Angelegenheit mit dem alten 
„Ausreißer" erledigen konnte. So sehr ich niich über 
seine Sicherheit freute, war nur das doch etwas zu arg. 
Ich bemerkte ihm, daß er auf der Mensur nicht allein 
stehe, lind daß jede Kugel treffen könne, man dürfe 
einen Gegner nie verachten. Aber meine Worte inachten 
keinen Eindruck. 
Vor sieben Uhr waren wir in Carouge, und da die 
Gegenpartei noch nicht angekonnnen war, warteten wir: 
Lassalle, der nicht die geringste Aufregung verriet, trank 
eine Tasse Tee. 
Uin siebeneinhalb Uhr kamen die andern. Sie hatten 
den Dr. Seiler bei sich, der einen passenden Ort kannte. 
Sie fuhren voraus, und wir folgten. Hofstetten ließen 
wir in Carouge zurück, er sollte in einer Droschke nach 
fahren. In der Nähe des Platzes, den Dr. Seiler im Auge 
hatte, stiegen wir aus und gingen durch das Gebüsch, 
bis wir an Ort und Stelle waren. 
Ich wurde durch das Los dazu bestimnit, für den 
ersten Schuß zu laden und das Kommando zu geben.
	        
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