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Die Parteien wurden nun auf die Mensur gestellt,
während ich lud. Man ermahnte mich von mehreren
Seiten, ja recht akzentuiert und laut zu kommandieren;
dieser Ermahnung bedurfte es natürlich nicht. Für
jeden Schuß waren zwanzig Sekunden gegeben, welche
von dem ladenden Sekundanten dadurch zu markieren
waren, daß er beim Anfang 1, bei zehn Sekunden 2,
bei zwanzig Sekunden 3 kommandierte. Ich beobachtete
die Vorsicht, vorher noch „Achtung!" zu rufen.
Ich gab das Kommando 1. Kaum fünf Sekunden
nachher fiel der erste Schuß, und zwar von seiten des
Herrn von Racowitza. Unmittelbar nachher, es verging
nicht eine Sekunde, antwortete Lassalle.
Er schoß vorbei, er hatte den Tod schon im Leibe. Es war
ein Wunder, daß er überhaupt noch hatte schießen können.
Nachdem er gefeuert, trat er unwillkürlich zwei Schritte
links. Nun erst hörte ich — denn ich hatte auf die Uhr
sehen müssen —, wie jemand (ich weiß nicht, war es
General Bethlen oder vr. Seiler) fragte: „Sind Sie
verwundet?"
Darauf antwortete Lassalle: „Ja."
Wir führten ihn nun sogleich auf eine Decke, wo man
ihn niederlegte und den ersten Verband anlegte.
Während die Gegenpartei sich entfernte, führten Doktor
Seiler und ich Lassalle zu einer Kutsche und halfen ihm
hinein. Wir beide fuhren mit ihm und unterstützten ihn
unterwegs, so gut es ging. Bethlen fuhr mit Hofstetten in
der Droschke zurück, in welcher der letztere gekommen war.
Ich ließ den Kutscher die Wege einschlagen, wo es
kein Pflaster gab. Nur zweihundert Schritte weit hatten
wir über Steine zu fahren.,