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auf dem Totenbette nicht vergessen! Aber du sollst es
auch nicht..."
Nach diesen: Ausbruch der höchsten Wut war ich ganz
erschöpft. Meine Mutter hielt mich fortwährend, und
meine Schwester hatte aufgehört zu weinen und stand
wirklich erschrocken da. Nur mit Mühe ließ ich mich be
sänftigen. Aber wie Frieden nur durch Krieg erlangt
wird, so war auch nur mein übergroßer Zorn das Mittel
gewesen, Ruhe zu schaffen. Meine Schwester, die sonst
so stolze Natur, war eingeschüchtert. Sie begab sich nach
der Hinterstube.
Selbstmordspielereien
Mittwoch, 29. Januar
Mittag kaufte niir Mutter eine Mütze. Auch gut!
Nachmittag wollte ich meine Jnerpressibles wechseln.
Es waren keine Knöpfe daran. Darüber entstand Lärm.
Kein Mensch hatte Zeit, mir welche anzunähen. Vater
befahl mir, die Pantalons wieder aus- und meine alten
anzuziehen. „Ich leide nicht, daß du so eitel bist," sagte
er. „Ach," entgegnete ich unmutig, „es sind ja beides
Plündern." Hierüber wurde er sehr zornig und prügelte
auf mich los, indem er mir zugleich das Weinen ver
bot. Jedes Wort, das ich sagte, brachte ihn zu neuer
Wut.
„Ich lasse mich nicht so prügeln," brüllte ich, in Tränen
zerfließend. Dies machte ihn vollends wütend. Er fiel
über mich her und prügelte mich schrecklich. Dies brachte
mich vom Weinen plötzlich ab. Ich trocknete Meine
Tränen und blickte höhnisch drein, aber so blaß sah ich