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in mir aufgestiegen und immer niedergedrückt, während
der verflossenen Nacht mit einer Klarheit und Festig
keit in meine Seele getreten ist, wie seit vielen Jahren
keiner. Ich muß den Umgang mit Ihnen aufgeben.
Wenn ich ihn fortsetzte, so würde ich über kurz und lang
durch Sie entweder in schwere Verwickelungen hinein
gezogen oder in Lagen versetzt werden, die mich zwängen,
mich selbst in Verwickelungen zu stürzen. Statt einer
Motivierung dieses Entschlusses, die Sie ja auch aus
unsern mannigfachen Disputationen seit Ihrer Rück
kehr aus Italien selbst entnehmen können, lassen Sie
mich einfach sagen: es ist mein Instinkt! Noch weniger
brauche ich Ihnen zu schreiben, wieviel mich der Ent
schluß kostet, ich wiederhole nur, was ich oft hinter Ihrem
Rücken gesagt habe, daß ich dem Umgänge mit Ihnen
mehr Belehrung und Anregung verdanke als irgend
einem andern Verhältnisse. Ich kann jetzt in voller
Freundschaft von Ihnen scheiden, wie wenn ich nur eine
Reise anträte; ob ich es in einigen Tagen noch könnte,
weiß ich nicht. Ich überlasse Ihnen ganz, wann und wo
Sie über den Gegenstand dieses Briefes sprechen wollen,
ich selbst werde längere Zeit keine Nötigung dazu haben,
und wenn ich endlich muß, einfach sagen: Ich habe mich
im Bewußtsein meiner Schwäche zurückgezogen.
Endlich noch eins: ich habe wohl erwogen, daß Sie
davon gesprochen, sich vielleicht von der Politik zurück
ziehen zu wollen. Ich kenne Ihr Temperament genügend,
um zu wissen, daß die Gefahr damit nicht beseitigt
wäre. Und nun schüttle ich Ihnen herzlich die Hand.
gez. L. Bücher
Ihre Bücher in den nächsten Tagen.