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Wie schön sie ist, wirst Du auf den ersten Blick sehen,
und wie liebenswürdig, nach kurzer Bekanntschaft. Es
wird Dich also auch nicht wundernehmen können,
wenn ich mich ausnehnrend füv sie interessiere. Komme
ihr also auf das freundlichste entgegen. Sie hat über
dies noch ein ganz besonderes Recht auf Deine Liebens
würdigkeit, indem sie die erste ist, von der Du die Nach
richt meiner Freisprechung empfängst.
Ihre Talente wirst Du sehr bald beurteilen können.
Sie spielt vortrefflich Klavier, was kein Wunder, da
sie eine Schülerin von Bülow ist, der ebenso große
Stücke auf sie hält wie ich. Wir haben uns in ihrem
Hause alle Mittwoch abend gesehen, schöne Abende,
die jetzt durch ihre Abreise zerstört sind. Übrigens ist
auch Bülow verreist; er ist am 10. nach Petersburg
gegangen und kommt erst am 20. April zurück.
Die Gräfin läßt Dir die schönsten Dinge auf Deinen
neulichen Brief erwidern. Sie ist heut noch zu erschöpft
von der großen Bataille, um selbst schreiben zu können,
wird es aber nächstens tun.
Meine schöne Schützlingin wird Dir diesen Brief
mit einigen begleitenden Worten schicken. Sie erwartet,
daß Du sie dann einladest. Dich zu besuchen.
Nochmals, komme ihr auf das herzlichste entgegen
und antworte bald
Deinem
Ferdinand
Berlin, 13. 3. 64
Dieser Brief ist so lang, daß er fünf von Deinen auf
wiegt, und Du bist mir daher vier Briefe schuldig.