Full text : Ferdinand Lassalle

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Wie  schön  sie  ist,  wirst  Du  auf  den  ersten  Blick  sehen,
und  wie  liebenswürdig,  nach  kurzer  Bekanntschaft.  Es
wird  Dich  also  auch  nicht  wundernehmen  können,
wenn  ich  mich  ausnehnrend  füv  sie  interessiere.  Komme
ihr  also  auf  das  freundlichste  entgegen.  Sie  hat  überdies ­
  noch  ein  ganz  besonderes  Recht  auf  Deine  Liebenswürdigkeit, ­
  indem  sie  die  erste  ist,  von  der  Du  die  Nachricht ­
  meiner  Freisprechung  empfängst.
Ihre  Talente  wirst  Du  sehr  bald  beurteilen  können.
Sie  spielt  vortrefflich  Klavier,  was  kein  Wunder,  da
sie  eine  Schülerin  von  Bülow  ist,  der  ebenso  große
Stücke  auf  sie  hält  wie  ich.  Wir  haben  uns  in  ihrem
Hause  alle  Mittwoch  abend  gesehen,  schöne  Abende,
die  jetzt  durch  ihre  Abreise  zerstört  sind.  Übrigens  ist
auch  Bülow  verreist;  er  ist  am  10.  nach  Petersburg
gegangen  und  kommt  erst  am  20.  April  zurück.
Die  Gräfin  läßt  Dir  die  schönsten  Dinge  auf  Deinen
neulichen  Brief  erwidern.  Sie  ist  heut  noch  zu  erschöpft
von  der  großen  Bataille,  um  selbst  schreiben  zu  können,
wird  es  aber  nächstens  tun.
Meine  schöne  Schützlingin  wird  Dir  diesen  Brief
mit  einigen  begleitenden  Worten  schicken.  Sie  erwartet,
daß  Du  sie  dann  einladest.  Dich  zu  besuchen.
Nochmals,  komme  ihr  auf  das  herzlichste  entgegen
und  antworte  bald
Deinem
Ferdinand
Berlin,  13.  3.  64
Dieser  Brief  ist  so  lang,  daß  er  fünf  von  Deinen  aufwiegt, ­
  und  Du  bist  mir  daher  vier  Briefe  schuldig.
            
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