Full text: Ferdinand Lassalle

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denselben losschälen, sich nicht häuten konnte. Er 
mußte mit diesen Staatseinrichtungen stehen und fallen, 
und er fiel mit denselben! In einem solchen Volks 
geiste war jede wissenschaftliche Lehre, welche eine Ver 
neinung einer der Grundlagen des Staates enthielt, 
ein Angriff mif das Lebensprinzip dieses Volkes selbst 
und konnte als solcher behandelt werden. 
Eine ganz andere Erscheinung tritt nach dem Unter 
gänge der antiken Welt mit den germanischen Nationen 
auf. Es sind dies Nationen, die sich schälen und häuten 
können, die in der Entwicklungsfähigkeit ihres Lebens 
prinzips, des subjektiven Geistes, die Biegsamkeit in 
sich tragen, die verschiedenartigsten Wandlungen in sich 
selbst durchzumachen; Nationen, welche die zahlreichsten 
und gewaltigsten dieser Wandlungen bereits durch 
gemacht haben und in ihnen statt Tod und Untergang 
immer nur die Grundlage höherer Entwicklung und 
höherer Blüte fanden. 
Das Mittel zur Vorbereitung und Durchführung 
dieser zu inrmer höherer Blüte führenden Wandlungen, 
deren Element sie in sich tragen, haben diese Völker an 
dem Prinzip der unbeschränkten Freiheit der wissen 
schaftlichen Forschung und Le./re. 
Früher daher, und weit früher, als man in der heutigen, 
gebildeten Welt, welche die Freiheit der Wissenschaft 
zu den modernen Errungenschaften zu zählen pflegt, in 
der Regel ahnt, weit früher, sage ich, bricht in diesen Völ 
kern der Instinkt durch, daß die Freiheit der Wissenschaft 
weder an die Autorität einer Person noch einer mensch 
lichen Satzung gebunden sein dürfe, daß sie vielmehr 
die allen menschlichen Einrichtungen überlegene und
	        
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