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Mangostanen
Mangan
■hingegen rötliche bis bräunliche Färbungen lie
fert. Zusätze von Aprikosen- und Pfirsichkernöl
erkennt man daran, daß beim Schütteln gleicher
Teile Öl, Salpetersäure (1,40) und gesättigter Re
sorzinlösung in Benzol eine purpurviolette Fär
bung auftritt (Belliers Reaktion). Nimmt man
statt Resorzin eine i°/oige ätherische Phloroglu
zinlösung, so färbt sich das Öl kirschrot (Kreis).
M. wird in der Medizin zur Herstellung vonEmuI-
sionen, Salben, Einreibungen und kosmetischen
Mitteln benutzt.
Mangan (Manganesium), ein Metall der
Eisengruppe, Mn = 55, kommt nur in einigen
Meteöreisen in freiem Zustande vor, ist aber in
Form seiner Verbindungen außerordentlich ver
breitet. Es findet sich vor allem im Braunstein
und anderen Manganerzen und bildet einen nor
malen Bestandteil des pflanzlichen und tierischen
Organismus. Zur Darstellung des M. wird ent
weder Braunstein mit Kohle, oder Fluormangan
mit Natrium reduziert, oder man zerlegt Mangan-
chlorürlösung durch Elektrolyse. Das wichtigste
Verfahren dürfte zurzeit die Reduktion von Man-
ganoxydul mit Aluminiumpulver nach der Gold-
schmidtschen Aluminothermie sein. Das
Metall besitzt einen weißgrauen, ins Rötliche
spielenden Glanz, ist politurfähig, sehr spröde
und so hart, daß es Glas und Stahl ritzt. Sein
spez. Gew. liegt zwischen 7,2 und 8, sein Schmelz
punkt bei etwa 1300 0 . Beim Erhitzen an der Luft
läuft es mit ähnlichen Farben wie der Stahl an,
hält sich aber bei gewöhnlicher Temperatur
ziemlich lange blank. An feuchter Luft oxydiert
es sich und wird durch Säuren gelöst. Im Gegen
satz zum Eisen wird es vom Magneten nicht an
gezogen. In Form seiner Legierungen besitzt
das M. ungeheure technische Bedeutung. Im
größten Maßstabe wird besonders ein sehr man-
ganreiches Roheisen (Ferromangan) mit 7o°/o
M. hergestellt, das zur Fabrikation harter Stahl
sorten, Manganstahl, benutzt wird. Mit Kupfer
und Zink bildet M. eine ganze Reihe von Man-
ganbronzen, welche sich zu Blech auswalzen
und zu Draht ziehen lassen. Manganin ist eine
zu elektrischen Widerständen benutzte Legierung
^on 84 T. Kupfer, 12 T. Mangan und 4 T. Nickel.
Abhängigkeit der deutschen Industrie von
uen ausländischen, besonders den nordamerikani-
Sc hen Manganlieferanten, machte sich im Kriege
empfindlich fühlbar. Man hat aber jm Waldeck-
? c hen bei der Eisenbahnstation Eimelrod sowie
’n Belgisch-Luxemburg größere Mengen hoch
prozentiger Manganerze entdeckt. Auch sind die
bei der Verhüttung des SLgerländer Eisensteins
e ntfalienden manganreichen Hochofenschlacken
but Erfolg aufgearbeitet worden, und schließlich
bat auch der Abwasserschlamm crenothrixhaltiger
Wasserleitungen Verwendung gefunden. Im
frieden wird Deutschland auf das Kaukasusvor-
hornmen zurückgreifen, das 370/0 derWcltproduk-
bon liefert. Daneben rechnen die Amerikaner
bamit, daß an Stelle des Manganstahls Siliziüm-
■^mniinium- und Kalzium-Silizium-Stahl her-
Sestelit werden wird.
Manganazetat (Essigsaures Manganoxy-
m u L lat.; Manganum aceticupi, fr?- Acetate de
|v a bgancse, engl. Acetate of manganese), Mn(G 2 .
2)2, entsteht beim Auflösen von Manganoxy-
u * QderMangankarbonat in Essigsäure oder durch
Fällung von Manga'nosulfat mit Kalziumazetat
oder Bleizucker als ein rötliches, in Wasser und
Alkohol lösliches Kristallpulver. Man benutzt es
in der Färberei und Druckerei zur Herstellung
brauner Farben, indem man die damit getränk
ten oder bedruckten Zeuge durch eine Lösung
von Chlorkalk zieht, wobei sich Manganoxyd
hydrat auf der Faser niederschlägt.
Manganborat (borsaures Manganoxydul,
lat. Manganum boracicum, frz. Borate de man
ganese, engl, Borate of manganese), MnB 4 (D 7 ,
wird durch Einwirkung . von Boraxlösung auf
Manganoxydulsalze dargestellt und liefert ebenso
wie das harzsaure, ölsaure und oxalsaure
M. vortreffliche Sikkative.
Manganbraun (Manganbister) nennt man
eine Farbe, welche durch Erhitzen von Mangan-
karbonat oder durch Fällung von Manganchlorür-
lösung mit Natronlösung dargestellt wird. Der
zuerst ausfallende weiße Niederschlag nimmt an
der Luft durch Sauerstoffaufnahme bald eine
braune Farbe an.
Manganchloriir (lat. Manganum chloratum,
frz. Chlorure de manganöse, engl. Chloride öf
manganese), MnCl 2 , entsteht bei der Behandlung
von Braunstein mit Salzsäure und findet sich
demnach in den Mutterlaugen der Chlorkalk
bereitung. Es ist ein hellrötliches Kristall
pulver, welches als Beize in der Färberei, als
Ausgangsmaterial für die übrigen, Manganyer-
bindungen und in der Medizin gegen Bleichsucht
und Ausschlag, als Mund- und Gurgelwasser
benutzt wird.
Mangankarbonat (kohlensaures Mangan
oxydul, lat. Manganum carbonicum, frz. Car
bonate de manganese, engl. Carbonate of man
ganese) findet sich fertig gebildet in der Natur
meist in isomorpher Mischung mit Eisen- oder
Magnesiumkarbonat als Manganspat und kann
außerdem als Nebenprodukt bei den Gasanstal
ten erhalten werden, wenn man das Gaswasser
mit den Abfalllaugen der Chlorkalkdarstellung
vermischt. In reinstem Zustande entsteht es
durch Fällung von Mangansulfatlösung mit Soda
und Trocknen des Niederschlages bei gelinder
Wärme als ein hellfleischfarbenes, in Wasser
unlösliches Pulver von der Formel MnCO a . M.
findet in der Medizin gegen Bleichsucht und
Blutarmut sowie zur plerstellung anderer Man-
ganpräparate Anwendung. Die wichtigsten der-,
selben sind zitronensaures, milchsauies und
salizyIsaures M. sowie Verbindungen mit Ei
weiß, Pepton, Zucker u. dgl,
Mangansulfat (schwefelsaures Mangan
oxydul, M.-Vitriol, lat. Manganum sulfuri-
cum, frz. Sulfate de manganese, engl. Sulfate of
manganese) wird durch Auflösen von M.-Kar
bonat mit verdünnter Schwefelsäure und durch
Erhitzen von Braunstein mit konz. Schwefel
säure oder Eisenvitriol dargestellt als ein mit
vier Molekülen Wasser kristallisierendes Salz von
der Formel MnSÖ 4 -)- 4H 2 0. Seine Verwendung
ist derjenigen des Chlorürs analog.
Mangostanen (Mangofrüchte, Mango
pflaumen) sind die Früchte eines in Hinter
indien und auf den Inseln des Indischen Ar
chipeis heimischen und vielfach angebauten Bau
mes, Garcinia Mangostana s. Mangifera
indica. Sie haben die Größe eines Gänseeis,