Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Mannozitin

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Margarine

Kristallen  von  süßem  Geschmack,  die  sich  leicht
in  siedendem  Wasser  und  Alkohol  sowie  in
6V2  Teilen  kaltem  Wasser,  aber  nicht  in  Äther
lösen.  In  chemischer  Hinsicht  ist  M.  ein  sechsatomiger
  Alkohol  mit  gerader  Kohlenstoffkette
C 6 H u O s  und  geht  nach  vorherigem  Schmelzen
bei  166 0 ,  bei  weiterem  Erhitzen  auf  200 0  in  sein
Anhydrid  Mannitan,  C 6 H 12 0 6 ,  über.  Er  ist
nicht  gärungsfähig.  M.  kann  auch  künstlich  hergestellt ­
  werden  und  findet  als  Abführmittel  und
als  Zuckerersatz  für  Diabetiker  Anwendung.
Mannozitin  nennt  man  eine  Mischung  von
Wollfett  mit  Kampferöl,  welche  als  Rostschutzmittel ­
  Verwendung  findet.
Maräne  (nicht  zu  verwechseln  mit  der
Muräne),  ein  zu  der  Familie  der  Lachse  gehöriger ­
  Fisch,  von  dem  man  mehrere  Arten
unterscheidet.  Die  gewöhnliche  oder  große
M.  (Madue-M.,  Coregonus  Maraena)  lebt
in  sehr  tiefen  Landseen,  namentlich  im  Bodensee ­
  und  einigen  norddeutschen  Seen  und  wird
auch  in  den  großen  Süßwasserseen  Nordamerikas ­
  mit  gutem  Erfolge  künstlich  gezogen.  Der
Fisch,  der  nur  zur  Laichzeit  aus  der  Tiefe  in
seichte  Stellen  kommt,  hat  ein  sehr  schmackhaftes, ­
  wennschon  wenig  haltbares  Fleisch  und
wird  sowohl  frisch  wie  gesalzen  und  geräuchert
in  den  Handel  gebracht.  Die  M.  wird  bis  i  m
lang  und  soll  unter  40  cm  Länge  nicht  verkauft
werden.—  Die  kleine  M.  (Coregonus  albula),
■ein  außerordentlich  schmackhafter  Fisch,  lebt
wie  die  große  M.  nur  in  den  Tiefen  der  Seen,
namentlich  in  denen  Mecklenburgs,  Pommerns,
Ostpreußens  und  Polens  und  soll  nicht  unter
15  cm  Länge  verkauft  werden.  Andere  weniger
bekannte  Arten  sind:  die  Bodenrenke  (Stündling,
  Coregonus  fera),  der  Kilch  (Kirchfisch,
  Kröpfling,  Coregonus  hiemalis)  und
die  Rheinanke  (Schnäpel,  Coregonus  oxyrhynchus).

Maraschino  heißt  ein  feiner  dalmatinischer
Likör,  zu  dessen  Herstellung  die  an  verschiedenen ­
  Orten  Dalmatiens  angebauten  Marasken,
eine  besondere  Art  saurer  Kirschen  (Prunus  mahaleb),
  dienen.  Die  Früchte  werden  zu  einem
genau  einzuhaltenden  Zeitpunkte  der  Halbreife
gepflückt,  durch  schnellsegelnde  Boote  nach
Zara.  dem  Hauptsitz  der  Verarbeitung,  gebracht
und  sofort  entkernt,  da  für  den  eigentlichen  M.
nur  das  Fruchtfleisch  benutzt  wird.  Unter  Mitbenutzung ­
  der  Kerne  erhält  man  eine  andere,
weniger  bekannte  Sorte,  den  Rosoglio  di  ossa
di  Marasche.  Das  Fruchtfleisch  wird  einer
mehrtägigen  Gärung  in  Bottichen  überlassen,
die  erhaltene  Flüssigkeit  mit  einer  gewissen
Menge  zerstampfter,  sauberer  Blätter  vom  Maraskenbaume
  gemischt,  welche  zur  Aromatisierung ­
  des  Getränks  nötig  sein  sollen,  dann  mit
10  o/o  Traubenwein  versetzt,  und  der  Rosoglio  abdestilliert. ­
  Das  Destillat  wird  mit  feinem  Zucker
gesüßt,  durch  Baumwolle  filtriert  und  in  die  mit
Schilfgeflecht  umgebenen  Fläschchen  gefüllt,  in
denen  es  im  Handel  erscheint.  Alle  Einzelheiten
der  Darstellung  werden  als  Geschäftsgeheimnisse
sorgfältig  gehütet.  Die  berühmteste  Fabrik  ist
die  von  Drioli,  doch  werden  auch  die  Erzeugnisse
von  Galigarich  und  Luxardo  sowie  einige  österreichische ­
  als  vortreffliche  anerkannt.

Marderfelle.  Die  Felle  der  Marder,  von
denen  besonders  die  in  ganz  Europa  und  Asien
lebenden  Edel-  oder  Baummarder  (Mustela
martes)  und  die  Stein-  oder  Hausmarder  (M.
foina)  für  den  Handel  in  Betracht  kommen,  gehören ­
  gleich  denen  des  nahe  verwandten  Zobels
dem  edleren  Pelzwerk  an.  Wie  alle  Pelztiere
zeigen  auch  die  Marder  einen  der  Jahreszeit  entsprechenden ­
  Haarwechsel  und  ihr  Pelz  hat  daher
nur  im  Winter  vollen  Wert.  Das  Fell  des
Edelmarders  zeigt  ein  helleres  oder  dunkleres ­
  Braun  und  wird  um  so  höher  geschätzt,
je  dunkler  es  aussieht,  weil  es  dadurch  dem
Zobel  ähnlicher  wird.  Die  Kehle  ist  dottergelb,
die  Farbe  der  Beine  und  des  Schwanzes  schwärzlich. ­
  Die  Länge  ohne  den  24  cm  langen  Schwanz
beträgt  43  cm.  Die  schönsten  Edelmarder  liefert
Norwegen,  die  nächstbesten  Schottland  und  danach ­
  kommen  die  Schweiz,  bayrische  Hochebene,,
Tatarei,  Rußland,  Türkei  und  Ungarn.  Dunkle
Pelze  werden  oft  ohne  weiteres,  hellere  nach
entsprechender  Auffärbung  als  Zobel  verkauft.
Die  viel  häufigeren  Steinmarderfelle,  die
gewöhnlich  in  Bündeln  von  40  Stück  auf  den
Markt  kommen,  haben  eine  hellere  rötlkhbraune
Färbung  mit  aschgrauem  Flaumhaar,  weißer
Kehle,  kastanienbraunem  Kopf.  Die  Länge  des
Körpers,,  und  Schwanzes  ist  etwas  geringer,  das
Haar  gröber  als  beim  vorigen.  Die  schönsten
und  größten  Steinmarder  kommen  aus  Ungarn
und  der  Türkei,  doch  bringen  auch  Rußland
(Polen)  und  Deutschland  große  Mengen  in  den
Handel.  Wie  die  Edelmarder,  werden  auch
Steinmarderfelle  zu  Zobel  vorgerichlet;  auch
kommen  sie  bisweilen  ohne  Schwanz  und  Beine,
die  für  sich  verwertet  werden,  zum  Verkauf.  Die
Marderfelle  liefern  ein  warmes,  leichtes  und  angenehmes ­
  Pelzwerk,  das  besonders  von  den
Russen  geschätzt  wird.  Von  verwandten  Pelztieren ­
  sind  noch  der  amerikanische  Zobel
(s.  d.)  und  der  tatarische  oder  sibirische
Feuermarder  (M.  sibirica)  anzuführen.  Die
gelbrötlichen,  unterseits  helleren  Felle  werden
unter  dem  Namen  Kalinken,  Kalinsky,  Kulonki
oder  Kulor  gehandelt.
Margarine  ist  das  bekannteste  Butterersatzmittel, ­
  welches  auf  Anregung  Napoleons  III.
von  Möge-Mouriös  erfunden  wurde,  um  für
die  französische  Marine  ein  haltbares,  nicht  ranzig ­
  werdendes  Speisefett  zu  schaffen.  Es  wurde
ursprünglich  in  der  Weise  hergestellt,  daß  man
durch  Auspressen  von  den  schwerer  schmelzbaren ­
  Anteilen  befreiten  Rindertalg,  sog.  Oleomargarin,
  mit  Milch  und  Wasser  zu  einer
milchähnlichen  Emulsion  vermischte  und  letztere
dann  genau  wie  bei  der  Butterbereitung  weiter
verarbeitete.  In  neuerer  Zeit  wird  an  Stelle  des
reinen  Oleomargarins  meist  ein  Gemisch  des
letzteren  mit  den  verschiedensten  anderen  Fetten:
Schweineschmalz,  Kokosfett,  Baumwollsämenöl,
Erdnußöl  und  Sesamöl  in  wechselnden  Mengenverhältnissen ­
  als  Ausgangsstoff  benutzt  und,  wie
die  meiste  Butter  auch,  künstlich  gelb  gefärbt.
Von  größter  Bedeutung  für  die  Margarinefabrikation ­
  ist  das  Verfahren  der  Fetthärtung,  das  die
Umwandlung  der  flüssigen  Öle  und  selbst  der
Trane  in  feste  genußfähige  Speis.fette  ermöglicht. ­
  Um  ihren  Erzeugnissen  die  übrigen  Eigenschaften ­
  der  Naturbutter  zu  verleihen,  welche
            
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