Full text: Leben und Lehre des Buddha

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YI. Die Lehre des Buddha. 
dem Nirväna nahe ist, und die spätere Zeit hat die Lehre ent 
wickelt, daß man durch Versenkung in einem der Himmel wieder 
geboren wird. Um in den für die Versenkung nötigen Zustand 
zu kommen, wählte man nicht immer den Weg mittels des „Stütz 
punktes". Auch die Hypnose durch Hinstarren auf einen bunten 
oder blitzenden Gegenstand war wohl bekannt. Die Seligkeit der 
Versenkung wird zuweilen mit begeisterten Worten geschildert. So 
sagt der Älteste Bhuta in den Theragäthäs: „Wenn am Himmel 
die Trommel der Wolke ertönt, wenn Regenströme rings den Luft 
pfad erfüllen und der Mönch in einer Berghöhle sich der Ver 
senkung hingibt — eine größere Freude als diese gibt es für ihn 
nicht. Wenn er am Ufer blumengeschmückter Flüsse, die mit bunter 
Krone wohlduftenden Grases bekränzt sind, fröhlich sitzt, der Ver 
senkung hingegeben — eine größere Freude als diese gibt es für 
ihn nicht. Wenn in der Nacht, in der Einsamkeit, im Walde, wenn 
es regnet und die wilden Tiere brüllen, der Mönch in einer Berg 
höhle sich der Versenkung hingibt — eine größere Freude als 
diese gibt es für ihn nicht." 
Unter den Übungen dieser Art war bei den Mönchen besonders 
beliebt die Übung des „Ein- und Ausatmens", die Buddha eine 
treffliche und freudenreiche nannte. Sie bestand darin, daß der 
Mönch sich wie zur Versenkung hinsetzte und nun auf seine Atem 
züge acht gab Wenn er einen langen Atemzug tat, so wußte er: 
„ich atme einen langen Atemzug ein (oder aus);" ebenso bei einem 
kurzen. Auch dadurch wurde der Geist von den Dingen dieser 
Welt abgelenkt und konzentriert. Diese Übungen und die Ver 
senkung zeigen, wie nahe Buddha noch dem Yoga stand, obwohl 
er alle Askese verwarf. 
Wie vier Stufen der Versenkung, so werden auch vier Stufen 
der Heiligkeit unterschieden, die „vier Wege". Die Personen, die 
sich in diesen Stadien befinden, heißen der Reihe nach 8rota- 
äpanna (Pali Sotäpanna), Sakfdagämin (Pali Saka- 
dägämi), Anägämin (Pali Anägämi) und Arhat (Pali 
Arahä oder Araham). Srotaäpanna heißt wörtlich: „der in 
den Strom gelangt ist," d. h. der den Pfad der Heiligkeit betreten hat. 
Die Srotaäpannas sind die unterste Stufe derBekehrten. Srotaäpanna 
wird jeder, der die „drei Zufluchten" (S. 76) ausspricht und darandas 
folgende Gelübde schließt: „Er ist der Erhabene, derHeilige, der Völlig 
erleuchtete, der Wissen und sittlichen Lebenswandel Besitzende, derVoll- 
endete, der die Welten kennt, der Höchste, der die Menschenstiere bän-
	        
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