Ausrüstung und Wohnung der Mönche. 113
des Mönches fernhalten und kleine Tiere warnen sollen, damit sie
nicht zertreten werden.
Buddha hat die Mönche nicht gezwungen in Klöstern zu leben.
Das widersprach sogar seiner Absicht. Der Mönch sollte möglichst
viel wandern, um die Lehre weit zu verbreiten. Der eigentliche
Wohnort des Mönches war der Wald oder einsame Berghöhlen.
In der Regel blieb der Mönch aber in der Nähe eines Dorfes
oder einer Stadt, die er auf seinem Bettelgange leicht erreichen
konnte. Zu anderer Zeit sie zu betreten, war streng verboten.
Klöster in unserem Sinne hat es zu Buddhas Zeit überhaupt nicht
gegeben. Gewöhnlich zimmerte sich der Mönch selbst eine Hütte
aus Holz, das er im Walde sammelte, oder baute sie aus Rasen-
stücken auf. Oft halfen ihm dabei die Laien. Zuweilen wohnten
mehrere Mönche zusammen. In größerer Anzahl führte sie die
Regenzeit zusammen. Fromme Laien suchten den Mönchen ihr
Obdach während dieser Zeit möglichst behaglich zu machen. Sie
ließen Bauwerke aufführen, zu denen die Mönche alljährlich wäh
rend der Regenzeit zurückkehrten. Diese Wohnungen, Villära ge
nannt, waren oft sehr reich ausgestattet und mit allen Bequemlich
keiten, wie Vorrichtungen für warme Bäder und gedeckte Hallen
zum Spazierengehen, versehen. Später blieb man auch zu anderen
Zeiten als der Regenzeit in den Villaras wohnen, wozu vielleicht
die Zulassung der Frauen zum Orden mit beigetragen haben mag,
da sie des Schutzes bedürftiger waren als die Männer. So ent
standen allmählich wirkliche Klöster.
In der alten Zeit durfte der Mönch nur einmal essen, am Mit
tage, wenn er von seinem Bettelgange zurückgekehrt war. Später
lebten die buddhistischen Mönche nicht weniger herrlich und in
Freuden als die christlichen. In den Klöstern der Lamen wird,
obwohl die Disziplin im allgemeinen streng ist, sehr häufig gegen
das Gebot verstoßen, geistige Getränke zu genießen. Es ist leicht
zu umgehen, weil keine gemeinschaftlichen Mahlzeiten stattfinden,
sondern jeder Mönch seine eigene Wirtschaft hat.
Das vierte der „Bier zu unterlassenden Dinge" (S. 109) war
das Verbot, sich nicht der höchsten menschlichen Vollkommenheit zu
rühmen. Über seine Entstehung wird im Yinayapitaka folgende
Geschichte erzählt. Einst verbrachten viele Mönche zusammen die
Regenzeit am Ufer des Flusses Valgumudä im Lande der Vrjjis.
Damals herrschte eine große Hungersnot, so daß die Mönche großen
Mangel litten. Einige schlugen vor, bei den Laien Dienste als
ARnG log; Pischel, Leben und Lehre der Buddha. 2. Aufl. 8