Full text : Leben und Lehre des Buddha

Die  Versuchungsgeschichten.

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es  sehr  wohl  zweimal  an  verschiedenen  Orten  unabhängig  voneinander ­
  entstanden  sein  kann.  Eine  Versuchung  findet  sich  auch  im
Parsismus.  Zoroaster  hat  nach  dem  Avsstä  ähnliche  Angriffe  des
Ahriman  und  seiner  bösen  Geister  auszustehen,  wie  Buddha,  und
als  er  sie  abschlägt,  sagt  Ahriman  zu  ihm:  „Entsage  dem  guten
mazdayasnischen  Gesetze,  so  wirst  du  alle  Gnade  erhalten,  die
Yadhaghana  erhalten  hat,  der  Herr  der  Völker."  Näheres  ist
leider  darüber  nicht  bekannt.
Die  alten  buddhistischen  Texte  erzählen  dann,  daß  zu  Buddha,
als  er  unter  dem  „Baume  des  Ziegenhirten"  saß,  ein  hochmütiger
Brahmane  kam,  der  ihn  nach  den  charakteristischen  Eigenschasten
eines  Brahmanen  fragte,  die  Buddha  ihm  angab;  wie  den  Buddha ­
  der  Schlangenkönig  Mucalinda  vor  einem  sieben  Tage  dauernden ­
  Unwetter  schützte,  indem  er  sich  siebenmal  in  Windungen  um
seinen  Leib  schlang;  wie  Buddha  dann  zum  „Baume  des  Königssitzes" ­
  ging  und  dort  seine  ersten  beiden  Bekenner  gewann,  die
Kaufleute  Taxussa  (bei  den  Nördlichen  Trapnsa  und  Traxusa)
  und  Bhallika,  die  auf  Veranlassung  einer  Gottheit  sich
zu  ihm  wandten  und  ihm  Nahrung  reichten.  Diese  alten  Berichte
sind  ganz  märchenhaft  gehalten.  Nach  sieben  Tagen  ging  Buddha
zurück  zum  „Baume  des  Ziegenhirten"  und  hier  stiegen  ihm
Zweifel  auf,  ob  er  seine  Erkenntnis  der  Welt  mitteilen  solle;  er
fürchtete,  daß  sie  den  Menschen  unverständlich  sein  würde.  Die
Legende  läßt  den  Gott  Brahma»  seine  Zweifel  besiegen.  Auf  sein
Andrängen  macht  er  sich  auf,  um  zu  predigen.  Er  dachte  zuerst
an  seine  beiden  Lehrer.  Aber  eine  Gottheit  belehrte  ihn,  daß
Älära  vor  einer  Woche,  Uddaka  am  Abend  vorher  gestorben  sei.
Da  erinnerte  er  sich  an  die  fünf  Mönche,  die  früher  in  Uruvelä
bei  ihm  gewesen  waren  und  ihn  dann  verlassen  hatten.  Sie  hielten ­
  sich  damals  im  Tierpark  Rsipatana  (Pali  Isipatana)  bei
Benares  auf.  Dahin  richtete  Buddha  seine  Schritte.  Die  Mönche
wollten  anfangs  nichts  von  ihm  wissen;  allmählich  aber  wandten
sie  sich  ihm  zu  und  hörten  auf  seine  Worte.  Die  Tradition  läßt
Buddha  hier  zum  ersten  Male  predigen,  und  diese  Predigt  von
Benares,  wo  Buddha  zuerst  „das  Rad  der  Lehre  in  Bewegung
setzte",  ist  unter  den  Buddhisten  hochberühmt.  Sie  lautet  in  wörtlicher ­
  Übersetzung:  „Zwei  Extreme  gibt  es.  ihr  Mönche,  denen
nicht  frönen  darf,  wer  aus  dem  weltlichen  Leben  getreten  ist.
Welche  zwei?  Das  eine  ist  eine  Hingabe  an  den  Genuß  der  Lüste;
die  ist  niedrig,  gewöhnlich,  gemein,  unedel,  zwecklos.  Das  andere
            
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