Full text : Leben und Lehre des Buddha

Der  Tod  des  Buddha.

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stattfand.  Von  Vaisäli  ging  er  nach  dem  nahe  gelegenen  Dorfe
Lsluva,  wo  er  die  Regenzeit  zubrachte.  Es  sollte  die  letzte  seines
Lebens  sein.  Er  wurde  in  Beluva  schwerkrank.  Noch  einmal  erholte ­
  er  sich  so,  daß  er  weiter  wandern  konnte.  Auf  dem  Wege
nach  Lnsinagara,  der  Hauptstadt  der  Mallas,  kam  er  nach  dem
Dorfe  Pävä,  wo  er  einer  Einladung  des  Schmiedes  Gun  da  folgte,
der  ihm  fettes  Schweinefleisch  vorsetzte.  Das  wurde  die  Ursache
zu  Buddhas  Tode.  Nach  dem  Genusse  des  Fleisches  trat  die  Krankheit ­
  heftiger  auf,  und  müde  und  elend  zog  Buddha  nach  Kusinagara.
  In  einem  Gehölz  ließ  er  sich  von  Ananda  ein  Lager  unter
einem  blühenden  Lalabaume  bereiten  und  erwartete  dort  den  Tod.
Ananda  weinte  bitterlich.  Da  tröstete  ihn  Buddha,  indem  er  sagte:
„Laß  es  genug  sein,  o  Ananda,  bekümmere  dich  nicht,  klage  nicht.
Habe  ich  dir,  o  Ananda,  nicht  gesagt,  daß  man  von  allem  Lieben
und  Angenehmen  scheiden,  sich  trennen,  es  entbehren  muß.  Wie
ist  es,  o  Ananda,  möglich,  daß  das,  was  geboren,  geworden,  zusammengesetzt, ­
  dem  Vergehen  unterworfen  ist,  daß  das  nicht  zugrunde ­
  ginge?  Das  kommt  nicht  vor.  Du,  o  Ananda,  hast  dem
Vollendeten  lange  gedient,  mit  Liebe  und  Mühe,  mit  Nutzen  und
Heil,  ohne  Falsch  und  ohne  Aufhören,  mitHerzen,  Mund  und  Händen.
Du  hast  Gutes  getan,  o  Ananda;  gib  dir  Mühe;  bald  wirst  du
frei  von  Sünde  sein."  Dann  redete  Buddha  noch  die  Jünger  an
und  schickte  den  Ananda  nach  Kusinagara,  um  den  Mallas  seinen
bevorstehenden  Tod  zu  melden.  Diese  waren  eben  in  Geschäften
auf  dem  Rathaus  versammelt,  unterbrachen  aber  die  Sitzung,  zogen
weinend  und  klagend  mit  Frauen  und  Kindern  zu  Buddha  und
brachten  ihm  ihre  Verehrung  dar.  Ms  letzter  bekehrte  sich  noch  ein
andersgläubiger  Mönch  Lublladra  (Pali  Subbadda),  der  „letzte,
persönliche  Jünger  des  Herrn".  Zu  Ananda  sprach  dann  Buddha
noch:  „Es  könnte  sein,  o  Ananda,  daß  euch  der  Gedanke  käme,  die
Lehre  hat  ihren  Meister  verloren,  es  gibt  keinen  Meister  mehr.  So
dürft  ihr,  o  Ananda,  die  Sache  nicht  ansehen.  Das  Gesetz  und  die
Disziplin,  die  ich  gelehrt  und  verkündet  habe,  die  ist  nach  meinem
Hinscheiden  euer  Meister."  Er  traf  dann  noch  einige  Anordnungen
für  die  Zukunft,  fragte  die  Mönche  dreimal,  ob  noch  irgend  jemand
einen  Zweifel  an  der  Lehre  hätte,  und  als  alle  schwiegen,  sagte  er:
„Wohlan,  ihr  Jünger,  ich  rede  zu  euch.  Vergänglich  ist  alles,  was  da
geworden.  Sorgt  eifrig  für  euer  Heill"  Das  waren  seine  letzten  Worte.
Dann  wurde  er  bewußtlos  und  verschied.  Im  Augenblicke  seines
Todes  trat  ein  gewaltiges  Erdbeben  ein,  und  der  Donner  rollte.
            
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