Full text: Leben und Lehre des Buddha

Die Skandhas. 
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Bhava. Der Satz besagt also: „Das Hängen am Irdischen führt 
zu ewigen, neuen Existenzen". Die Schlußsätze führen dies nur 
im einzelnen aus, indem sie Geburt, Alter und Tod, Schmerz und 
Klagen, Leid, Kummer und Verzweiflung nennen. Der theoretische 
Buddhismus hat also so ziemlich alles vom Sämkhya-Toga entlehnt. 
Nächst dem Pratityasamutpäda ist im Buddhismus die wich 
tigste Lehre die vo n den fünfSkandhas. Skandba, PaliLhandha, 
ist ein ebenso vieldeutiges Wort wie Samskära. Es bedeutet „Baum 
stamm", „Schulter", „Abteilung in einem Werke", „Menge", „Masse". 
Im buddhistischen Sinne bedeutet es die „Elemente des Seins", 
die Elemente, aus denen sich jedes denkende Wesen zusammensetzt. 
Solcher Skandhas nimmt der Buddhismus fünf an: das Körper 
liche, die Empfindung, die Wahrnehmung, die Sainskäras und 
das Vijfiäna. Die beiden letzten Ausdrücke sind bereits ans der 
Kausalitätsformel bekannt. Als Skandhas werden sie aber weiter 
gefaßt. Als Skandhas sind die Samskäras 52 an Zahl. Sie be 
zeichnen als solche die geistigen Fähigkeiten, die Äußerungen des 
menschlichen Geistes, wie Überlegung, Freude, Gier, Haß, Eifer 
sucht, Scham u. dgl. Sie sind also vorübergehende Eindrücke. 
Vijfiäna dagegen bezeichnet als 8kancüia das unterscheidende, 
kritische Erkennen des Geistes, die Unterscheidung, ob eine Tat oder 
ein Gedanke gut und verdienstlich, oder schlecht und ohne Verdienst, 
oder keins von beiden ist. Das Vijfiäna wird in 89 Unter 
abteilungen zerlegt und ist der wichtigste der fünf Skandhas, oft 
fast so viel wie Geist (Manas) selbst. Wie die Sainskäras und 
das Vijfiäna werden auch die drei andern Skandhas in Klassen 
geteilt. 
Das aus den Skandhas zusammengesetzte Wesen ist aber nach 
Buddha nichts Bleibendes, sondern etwas in ewigem Flusse und 
Wechsel Befindliches. Es gibt kein „Sein", sondern nur ein ewiges 
„Werden". Was wir „Persönlichkeit" oder „Ich" nennen, ist nur 
eine Summe vonnnunterbrochen aufeinanderfolgenden Bewegungen. 
Es gibt wohl Einzelelemente, aber kein Ganzes. Alles ist in ewigem 
Wechsel. Das bekannteste und viel besprochene Beispiel für diese 
Lehre ist das vom Wagen. Es findet sich bis jetzt ausführlich 
nur in einem Werke, das wohl erst dem zweiten Jahrhundert n. Chr. 
angehört, dem Milindapafiha, „dieFragen des Milinda". Milinda 
ist König Menander, der um 120 vor Chr. in Indien regierte und 
von allen griechisch-indischen Königen seine Herrschaft am weitesten 
nach Indien hinein ausgedehnt hatte. Das Werk schildert eine
	        
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