fullscreen: Ferdinand Lassalle

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Es mochte unterdessen zehn Uhr geworden sein, und 
ich begab mich nun ins Viktoria-Hotel, wo ich schon am 
Morgen ein Zimmer bestellt hatte, um bei Lassalle sein 
zu können. Ich teilte ihm das Vorgefallene mit, und er 
nötigte mich dann, einen Brief an Dr. Arndt zu schreiben, 
in welchem ich diesem sagen mußte, daß möglicherweise 
für den 28. keine glatten Pistolen zu haben wären; für 
den Fall nehme er gezogene an, und da General Bethlen 
solche absolutverwerse, würde er dann an dessen StattHerrn 
von Hofstetten zum Sekundanten wählen. Diesen Brief 
besorgte Herr von Hofstetten selbst noch uni elf Uhr nachts. 
Ich unterhielt mich noch bis um Mitternacht mit 
Lassalle und machte ihn namentlich darauf aufmerksam, daß 
wir die Stellung beim Duell beliebig ausgemacht hätten, 
damit er sich nach seiner Bequemlichkeit postieren könne, 
und daß er doch nicht, wie es seine fehlerhafte Gewohnheit 
war, zu lange zielen möchte, da er nicht allein schieße usw. 
Um Mitternacht ging ich zu Bette. Schon um drei 
Uhr des anderen Morgens stand ich auf und eilte, nachdem 
ich mich angekleidet, in meine Wohnung, wo ich mehrere 
Kleinigkeiten zu holen hatte. Von da ging ich zum 
Büchsenschnried, fand ihn — um vier Uhr — an der Arbeit, 
nahm gleich die eine Pistole mit und kehrte ins Viktoria- 
Hotel zurück. Unr fünf Uhr weckte ich Lassalle, der sanft 
schlief. Zufällig sah er gleich die Pistole. Er ergriff sie, 
fiel mir uin den Hals und sagte: „Da habe ich ja gerade, 
was für mich paßt!" 
Um fünfeinhalb Uhr war ich wieder beim Büchsen 
schmied und erhielt nun auch die andere Pistole, die ich 
ins Hotel brachte. 
Dann holte ich Bethlen ab.
	        
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