Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Wohnungsfrage. 153- 
nach und bat um Berücksichtigung und Hilfe in diesen Dingen.. 
Zugleich machte er Mitteilung, daß sich der Verlust der 
Bauhandwerker in Berlin bei 731 Subhastationen auf 
75 Millionen Mark belaufe. Der Minister nun, statt mit 
Unterstützung seiner Behörden diese Zahlen prüfen zu 
lassen, gab dem Bund für Bodenbesitzreform anheim, ihm 
das Zahlenmaterial zu liefern und zugleich nachzuweisen,, 
inwieweit bei jenen Verlusten von dem alten Pfandrecht 
titel Gebrauch gemacht worden sei. 
Darauf stellte sich die große allgemeine Handwerkerver 
sammlung zu Berlin im Juni 1894 auf Seiten des Bundes 
für Bodenbesitzreform und ersuchte die Gewerbedeputation 
der Stadt Berlin, die zahlenmäßige Unterlage zu schaffen.. 
Neuerdings hat die Gewerbedeputation ebenfalls abgelehnt. 
Es ist also bisher trotz allen eifrigen Bemühens nur die 
Sicherheitshypothek erreicht worden. Es muß aber das 
Bestreben aller derer sein, welche unter so kranken volks 
wirtschaftlichen Zuständen für eine Linderung des Betruges 
eintreten wollen, die Vorzugshypothek zu fordern. Auch 
andere gute Folgen wird dieselbe haben, wenn die Kapitalisten 
wissen, daß sie nicht mehr die Handwerker usw. berauben 
können. Sicher werden, da doch gebaut werden wird, die 
Preise des Bodens nicht zu sehr emporgeschwindelt, so 
daß ein ehrlicher Handwerker, der etwas Geld hat, wieder 
bauen kann. Ferner werden die Kapitalisten direkt'an die 
Handwerker usw. zahlen. 
Mit lebhafter Freude ist es auch zu begrüßen, daß die 
Kommission für das Bürgerliche Gesetzbuch an Stelle des 
römisch-rechtlichen Grundsatzes: „Kauf bricht Miete“ die 
entgegengesetzte Richtschnur festgestelllt hat: „Kauf 
bricht nicht Miete.“ Was sonst noch der Staat in zivil- 
rechtlicher Beziehung zum Schutze gesicherter Wohnungs 
zustände tun kann, entzieht sich hier unserer weiteren Er 
örterung.
	        
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