Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Wohnungsfrage.

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Hausbesitzer  sind  —  zum  Vorschein?  Sollten  die  schlauen
Kapitalisten  die  oft  mittellosen  Hausbesitzer  ins  Schlepptau
genommen  haben?  Ganz  unglaublich  ist  es,  wenn  man
liest,  daß  Rodbertus,  der  doch  gerade  das  Rentenprinzip
empfiehlt,  für  diese  Forderung  ins  Feld  geführt  wird.
Für  die  Übergangszeit  zur  sozialistischen  Neubildung  der
Gesellschaft  werden  private  Vereinigungen  wie  auch  größere
Arbeitgeber  etwas  zur  Linderung  der  Wohnungsnot  tun
können.  Im  allgemeinen  kann  man  aber  auch  hier  bemerken,
daß  sich  selbst  kapitalkräftigen  Gesellschaften  große  Schwierigkeiten ­
  entgegenstellen,  von  denen  die  enorme  Höhe  der
Bodenpreise  die  bemerkenswerteste  ist.  Und  wieviel  Arbeiter
können  heute  die  Last  auf  sich  nehmen,  bei  ihrem  geringen
Verdienste  ein  Haus  zu  erwerben!  Vielfach  trifft  man  auch
bei  diesen  Gesellschaften  auf  ein  ganz  falsches  Urteil  über
die  Bedürfnisse  der  Arbeiter,  da  die  leitenden  Herren  sich
zu  klug  und  vornehm  dünken,  um  in  den  Vorstand  die
sogenannten  kleinen  Leute,  für  welche  die  Wohnungen  bestimmt ­
  sind,  hineinzuziehen.  So  hatte  die  Baugesellschaft
„Eigenhaus“  ein  Musterhaus  fertig  stellen  lassen,  in  welchem
die  Küche  durch  eine  Kochnische  ersetzt  war.  Auf  einen
Keller  hatten  die  Herren  keine  Rücksicht  genommen,  und
diese  verblüffende  Tatsache  wird  von  dem  leitenden  Vorstandsmitgliede
  mit  dem  Bemerken  motiviert,  der  Arbeiter  könne
ja  das  bißchen,  was  er  habe,  in  seinem  Gärtchen  vergraben.
Statt  einer  Belobigung  hätte  man  den  Herren  einen  derben
Nasenstüber  geben  sollen!  Vor  allem  aber  fehlt  es  diesen
Gesellschaften  an  dem  opferfreudigen  Entgegenkommen  der
Besitzenden,  wie  die  Tatsache  zeigt,  daß  neulich  noch  die
Baugenossenschaft  „Eigenes  Heim“  in  einer  Generalversammlung ­
  den  Vorstand  ermächtigt  hat,  den  gesamten  Grundbesitz ­
  der  Genossenschaft  bestmöglichst  zu  verkaufen;  die
Genossenschaft  will  ihre  Tätigkeit  einstellen,  weil  sie  zur
Einsicht  gekommen  ist,  daß  mit  den  geringen  Mitteln  der
            
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