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Die Wohnungsfrage.
Kinder groß geworden seien und aus dem Hause gingen, sei
dasselbe ebenfalls nicht größer. In der Zwischenzeit möge
es wohl etwas steigen. Indessen seien in dem Hause sogar
Wohnungen von vier Zimmern vorgesehen.
Herr Stadtv. L.: Nachdem von Mitgliedern der Baukom
mission diese Ausstellungen gemacht seien, beantrage er, be
hufs Einigung über dieselben, Zurückverweisung des Projektes
an das Kuratorium.
Herr Stadtv. F. Er habe aus der Disputation die Ansicht
gewonnen, daß es am besten sei, das ganze Projekt zu ver
werfen und das Haus von Grund aus neu zu bauen.
Her Oberbürgermeister L.: Der größte Teil der städtischen
Beamten wohne auf zwei Zimmern und wenn „seine“ Beamten
damit auskämen, so sei das Beweis genug für das Projekt.
(Redner erklärte später, daß er vorzüglich die Schutzleute
im Auge habe.)
Nachdem Herr H. erklärt hatte, daß er es für unmöglich
halte, einen festen Plan für die Ausführung der ganzen Stiftung vor-
zulegen und Herr E. irrige Auffassungen aus seinem Vortrage korri
giert, wird das Projekt der Verwaltung gemäß dem Vorschläge
des Herrn L. an das Kuratorium nochmals zurückverwiesen.“
Eine derartige Behandlung der wichtigsten Bürgerinter
essen rüttelte die Bürgerschaft aus ihrem Schlafe auf; es
wurden Petitionen an den Vorsitzenden der Adersstiftung,
an den Oberbürgermeister und die Stadtverordneten geschickt,
welche um Umkehr von den faulen Wegen ersuchten. Aber
hochmütig legten die Herren diese ad acta. Die Folge
davon war der folgende einstimmige Protest einer großen
Bürgerversammlung, der dann auch den Erfolg hatte, daß
der Oberbürgermeister erklärte, daß das Kuratorium von
dem törichten Ankäufe alter Häuser in dem alten Stadtteile
Abstand nehmen werde, daß dagegen nur Neubauten an
der Peripherie der Stadt errichtet werden sollten:
Düsseldorf, 30. Mai 1892.*)
Die gestern vom Ortsverbande der deutschen Gewerk
vereine einberufene Versammlung behufs Besprechung der
Wohnungsfrage unter Berücksichtigung der Adersstiftung war
von schönem Erfolge gekrönt. Der große Saal des Herrn
Pütz war bis auf den letzten Platz besetzt, und zwar nahmen
) Bericht der „Bürgerzeitung.