Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Programm des Humanistischen Sozialismus. 
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wie das durch gerechte Reformen heute leicht möglich ist. 
Wir verwerfen jede indirekte Besteuerung, doch wollen 
wir auf langsamem und organischem Wege die Beseitigung 
der letzteren erzielen. Die finanzielle Selbständigkeit des 
deutschen Reiches im besonderen wollen wir vorläufig 
• durch die Überweisung der Einkünfte aus Bergwerken, 
Eisenbahnen und Kanälen erreicht sehen. Eine sogennante 
„einzige Steuer“ (impöt unique, single tax) im Sinne der 
Physiokraten einführen zu wollen, erscheint uns als Irrtum, 
-der außerdem krankhaft emporgetriebene Grundwerte zur 
Voraussetzung hat. Die Physiokratie ist, ähnlich wie andere 
krankhafte Erscheinungen unserer Übergangsepoche: z. B. 
^Antisemitismus und Spiritismus, eine Verirrung. 
Die Grundzinserträge, die jetzt dem ganz arbeitslosen 
Einzelerwerb und somit der Volksausbeutung dienen, sind 
dann das Grundzinseinkommen der Gemeinschaft. 
Kurzum, was für die Grundzinsreform usw. erforderlich 
wird, ist ohne Härte durchführbar, und zwar um so mehr, 
da jedem die Verfügung über Grundeigentum verbleibt. 
Das Streben nach dem Eigentum und der Nutzverwendung 
eines Gruudstückes wird also durch dieses Aktionsprogramm 
nicht berührt, wenn auch in der Übergangszeit den privaten, 
Bisher möglichen Steigerungen der Baustellenwerte noch 
besonders durch geeignete Gesetze und Bauordnungen ge- 
.steuert werden muß. 
Wir sind überzeugt, daß die Überführung der Grundrente 
hn die Grundzinsgemeinschaft zur Folge haben würde: 
1. Eine solche Steigerung des öffentlichen und 
privaten Einkommens, daß Mittel zur öffentlichen 
Schuldentilgung, zur Gewinnung neuen Ackerbodens 
durch Trockenlegung von Sümpfen und Mooren unter 
staatlicher Initiative und Leitung, zur besten Volks 
bildung und zu den verschiedensten gemeinnützigen 
Zwecken in ausgiebigstem Maße vorhanden sein werden.
	        
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