Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
hätte er die Pacht schwer erschwingen können. In seiner 
Lebenshaltung schränkt er sich ein oder sucht Nebenarbeit. 
Mit den industriellen Arbeitern hat er das Gemeinsame, 
möglichst höhere Löhne zu fordern, er oder seine Kinder, 
und Belastungen durch Zölle zum Teil „abzuwälzen“. 
Es kann uns nicht einfallen, die Zölle für ein Heilmittel 
zu halten, aber wir wollen gerecht sein und nicht um der 
Agitation willen Unwahrheit predigen. Sie sind ein Ver 
zögerungsmittel des drohenden Zusammenbruchs unter dem 
heutigen Verschuldungssystem, und dieses letztere muß 
beseitigt werden, soll der Bauer und mit ihm der Gewerbe 
fleiß genesen. 
Weitere Es w ird Zeit, an gründliche Reformen heranzutreten, 
Folgen des 
privaten denn auch unter dem Schutzzölle werden die Reichen immer 
Grundbe- 
sitzes (ins- reicher und die Armen immer ärmer. Die Renten und die 
besondere 
die Woh- Schuldverpflichtungen steigen weiter und weiter, die großen 
frage und yermögen nehmen in erschreckender Weise zu. Daß es 
Abnahme ° 
des Anteils a b er nicht allein das sogenannte mobile Kapital ist, welches 
der Massen 
am Volks- Form der Schuldverpflichtungen mühelos vermehrt, 
vermögen). . . 
sondern daß der direkte Bodenbesitz sich immer mehr m 
wenigen Händen vergrößert, zeigt folgende Rechnung: 
Nach den Wiener Kongreßakten vom 9. Juni 1815 erstreckte 
sich der Umfang des Besitzes der vormals reichsunmittel 
baren Herren auf zirka 500 Quadratmeilen. Heute ist er 
auf ungefähr 830 Quadratmeilen angewachsen! Wiederum 
eine hübsche Illustration zu den Lehren der manchesterlichen 
Freihandelsschule von der puren freien Teilung des länd 
lichen Besitzes, so lange der Boden als Handelsware gilt. 
Die großen Vermögen in Deutschland sind aber unbedeutend 
im Vergleiche zu denen, welche sich in England und noch 
viel mehr in den gepriesenen Vereinigten Staaten in ver 
hältnismäßig kurzer Zeit haben ansammeln können. Es ist 
schon dahin gekommen, daß die freie nordamerikanische 
Republik bereits für 80 Millionen Menschen zu eng geworden,
	        
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