Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

Zivilisation  vorfinden.  Leider  haben  sie  da  zur  Saat-  und
Erntezeit  mit  dem  Mangel  an  Arbeitskräften  zu  kämpfen,  der
eine  Folge  unserer  wechselnden  Verhältnisse  ist.  Der  Kleinbauer ­
  behält  hier  die  Knechte  nicht  über  Winter,  selbst  nicht
für  geringen  Lohn,  und  diese  sind  daher  genötigt,  für  die
rauhe  Jahreszeit  in  den  Städten  ihr  Unterkommen  zu  suchen.
Haben  sie  das  dortige  Leben  einmal  gekostet,  dann  ziehen
sie  nimmer  auf  das  Land  zurück.  Die  Einwanderung  nimmt
jetzt  wieder  in  einer  für  die  Amerikaner  beunruhigenden  "Weise
zu,  namentlich  aus  Italien,  Ungarn  und  Polen.  Wie  die
vielen  Tausende,  welche  an  unseren  Küsten  landen,  für
die  nächste  Zukunft  ihr  Leben  fristen  werden,  ist  eine
Frage,  die  niemand  beantworten  kann.“
Was  die  Auswanderung  aus  den  europäischen  Staaten
.angeht,  so  ist  sie  besonders  stark  aus  den  Gegenden,  wo
keine  industriellen  Betriebe  den  Bauern,  Tagelöhnern  Ersatz
für  das  verlorene  oder  preisgegebene  Besitztum  bieten.  Der
Zug  aus  dem  Osten  nach  dem  Westen,  die  Sachsengängerei
.aus  dem  Gebiete  der  schlesischen  Magnaten,  ist  bekannt.
Entvölkert  werden  weite  Landstrecken;  und  statt  fleißige
Menschen  zu  ernähren,  liegt  der  Boden  zum  Vergnügen
der  großen  Herren,  welche  es  lohnender  finden,  Schafheerden
dort  weiden  zu  lassen,  als  menschliche  Wesen  zu  dulden.
Überall  derselbe  Vorgang  der  Vergrößerung  der  Latifundien.
Das  hat  in  der  Tat  das  Gesetz  erlaubt,  den  nationalen
Boden,  das  unantastbare  Erbteil  des  Volkes,  in  die  Hände
Einzelner  gleiten  zu  lassen.  Unerhört!  Es  möge  der
Bericht  über  eine  brutale  Ausweisung  von  Pächterfamilien
aus  neuester  Zeit  Platz  finden.  Aber  man  ist  das  gewöhnt,
und  fast  findet  kein  Mensch  etwas  auffälliges  darin:
„In  Folge  der  Ausweisung  auf  den  Olphertschen  Gütern
in  der  irischen  Grafschaft  Donegal  sind  jetzt  1300  Menschen
daselbst  obdachlos.  Nur  sechs  Pächter  sind  auf  ihren  Stellen
belassen  worden.  Es  werden  in  aller  Eile  Hütten  gebaut,
um  den  Armen  ein  Unterkommen  zu  gewähren.  Bei  Killult
und  Baitony  sind  auf  diese  Weise  zwei  neue  Dörfer  im  Entstehen ­
  begriffen,  und  eine  dritte  Kolonie  befindet  sich  unmittelbar ­
  vor  dem  Olphertschen  Schlosse.“
            
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