Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

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fangreichen  Boden.  Nie  würde  jemand  Land  in  Anspruch
nehmen  können,  um  es  durch  andere  gegen  Entgelt  bearbeiten ­
  zu  lassen,  denn  dieses  Entgelt  müßte  er  ja  im
gerechten  Wesen  selbst  wieder  abgeben,  da  es  die  Grundrente ­
  ist.  Da  viele  an  den  Boden,  die  Urquelle  aller  Güter,
heran  könnten,  so  würde  die  Armut  von  heute  oder  von
früher  nicht  gewesen  sein;  Protze  und  Proletariat  ständen
sich  nicht  so  feindselig  gegenüber.  Ob  die  Landverleihung
im  Mittelalter  an  die  großen  Herren  im  Sinne  einer  wirtschaftlichen ­
  Entwickelung  nach  materialistischer  Geschichtsauffassung ­
  war,  ist  eine  recht  müßige  Frage,  da  sie  gar
nicht  zu  beantworten  ist.  Wo  die  Eltern  wohlhabend  sind,
brauchen  die  Kinder  nicht  ins  Proletariat  zu  sinken.  Sie
finden  dann  einen  Fonds  vor,  mit  dem  sie  anfangen  können,
außerdem  Gelegenheit  zur  Arbeit,  wenn  die  Ansammlung
großer  Vermögen  das  Feld  der  Arbeitsbetätigung  nicht  eingeengt ­
  hat.  Mochte  früher  wirklich  einmal  das  bebauungsfähige ­
  Land  im  nationalen  Gebiete  zu  eng  werden,  heute,
wo  die  ganze  Erde  gleichsam  offen  liegen  könnte,  kann
von  Mangel  an  Boden  gar  keine  Bede  sein.  Nicht  allein
der  Landmann  hat  im  gerechten  Gemeinwesen  die  Möglichkeit, ­
  lohnende  Tätigkeit  zu  finden,  auch  seine  Söhne,
die  in  die  Industrie  eintreten,  sind  nicht  hilflos.
Die  Hebung  des  Genossenschaftswesens  wird  in  Zukunft
allen  Kredit  gewähren.  Alle  nehmen  an  den  Gaben  der
Natur  Teil,  die  der  Urgrund  aller  Produktivität  sind,  der
Bodenbauer  gibt  sie  an  das  Gemeinwesen  ab,  und  alle
Bürger  erhalten  darin  gleichsam  einen  Fonds,  ein  Betriebskapital, ­
  das  ihnen  allen  gegen  Sicherheit  zur  Verfügung
steht.  Die  Abgabe  der  Bodenbenutzer  wird  natürlich  verschieden ­
  sein  nach  der  Qualität  des  Bodens,  von  welcher
die  Betätigung  der  Naturkräfte  abhängig  ist.  Lage  —  ob
sonnig,  geschützt  —  Erdart,  —  ob  Ton,  Lehm,  Sand,
Kreide,  —  Klima  usw.  werden  auf  die  Höhe  der  nach
            
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