Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
fallen, und damit die Anhäufung der ungeheueren Ver 
mögen, die Möglichkeit der Unterkonsumtion, ausgeschlossen 
wäre. Aber kein Bauer würde mehr, als zum Leben not 
wendig, erarbeiten, da doch alles genommen würde. Denn 
das wenige, das bei der Verteilung wieder auf ihn fiele, 
wäre nicht nennenswert. 
Es ist auch falsch, zu behaupten, die Vorteile höherer 
Kultur kämen nur den Besitzern des Erdbodens zugute; 
sie kommen ebenso den industriellen Arbeitern zugute 
durch Erhöhung ihrer Leistungen. Daß heute alle Errungen 
schaften der Grundrente zu Teil werden, ist nicht eine der 
Grundrente immanente Eigenschaft, sondern liegt an der 
falschen Gesetzgebung über Grundeigentum und an den 
Zöllen. Derartige Ideen, daß ungeheuere Summen von 
30 Milliarden dem Staatsschätze zufließen, würden einer 
wüsten Ochlokratie zur Herrschaft verhelfen, denn leider 
spielen neben dem berechtigten Gefühle verletzter Menschen 
rechte Neid und Habsucht eine große Rolle. Wie wir 
überzeugt glauben, daß in späterer Zeit bei gleichmäßigerer 
Gesittung selbst ohne Störung in individuellen Leistungen 
und Bedürfnissen das größere Kapital bei der Gesellschaft 
als bei den Privaten sein wird, so entschieden müssen wir 
uns gegen jede überstürzte Nivellierung in unseren Tagen 
erklären. Und da steht gerade uns die materialistische 
Geschichtsauffassung zur Seite: ruhige, stete Entwickelung, 
nur — um einen Ausdruck von Marx zu gebrauchen — 
kein „jähes Umschlagen“. 
Schutzzoll Originell und bemerkenswert ist jedenfalls schon an sich 
oder Frei- 0 
handei? ^ie Bemerkung, durch Schutzzölle, ja durch Prohibitivzölle, 
das soziale Elend lösen zu wollen. Schon dieser Weg, 
den der Bund für Bodenbesitzreform vertritt, ähnelt der 
sozialdemokratischen. Weltanschauung, und das Ziel würde 
in Wahrheit der reine Kommunismus werden. Neben dem 
Bunde für Bodenbesitzreform bestand früher der „Allwohls-
	        
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