Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die Bodenreform im Lichte des Dreihandels. 
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Staaten einen furchtbaren Stoß gegeben, und die Störungen 
im nationalen Güterleben sind durch den Wettbewerb der 
jungen Länder so akut geworden, daß allerorten nach Heil 
mitteln gesucht wird. Wie wir bei Erkrankungen des mensch 
lichen Körpers neben denkenden Ärzten die erbärmlichsten 
Kurpfuscher finden, so sind auch hier allerlei Ratgeber 
ernster und komischer Natur aufgetreten, deren Spuren zu 
folgen uns durch den Rahmen unserer Arbeit versagt ist. 
Daß die staatliche Gesetzgebung gegenüber dem drohenden 
Zusammenbruche der nationalen Wohlhabenheit resp. Pro 
duktion sich nicht müßig verhalten konnte, ist einleuchtend, 
und so sehen wir seit 10—12 Jahren Bemühungen, der Ge 
fahr erfolgreich zu begegnen. Unter anderen Staaten hat 
auch Deutschland die Bahnen des manchesterlichen Frei 
handels verlassen und unter dem Stichworte „Schutz der 
nationalen Arbeit“ dem Schutzzoll die Förderung der Ge 
setzgebung zugewandt. Und insofern dieser Entschluß dazu 
dienen soll, dem akuten Zusammenbruch zu steuern, ein 
Moratorium zur Anbahnung gründlicher und wirklicher 
sozialer Reformen zu bieten, sind wir völlig mit ihm ein 
verstanden. Aber ein Heilmittel, welches nur für sich die 
soziale Notlage bannen könnte, ist nicht darin zu erblicken. 
Schon die einfache Erwägung, daß die Not in allen Ländern 
dieselbe ist, einerlei, ob sie dem Freihandel oder dem Schutz 
zoll anhängen, kann zum Beweise genügen. Wie sehr der 
alte, mechanische Freihandel an Ansehen verloren hat, kann 
man daran sehen, daß bis jetzt jeder Versuch, eine tief 
gehende Bewegung gegen die Schutzzölle mit den Argu 
menten des reinen laisser faire, laisser passer zu erreichen, 
völlig ins Wasser gefallen ist. Instinktiv fühlt selbst das 
Volk, daß es bei reiner Aufhebung der Zölle durch die über 
mächtige Konkurrenz des Auslandes seine Arbeit verlieren 
würde. 
So ist es in der Tat der Fall, daß unter der verkehrten
	        
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