Full text: Logik des Geldes

94 Fünftes Kapitel. Zur Systematisierung der Lehren vom Papiergelde. 
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der Funktionen des Geldes, wenigstens in einigermaßen 
normalen politischen, finanziellen und volkswirtschaftlichen 
Zuständen.« 
Wenn aber über die historische wie über die logische 
Seite der Sache das Urteil so wenig auseinandergeht, worin 
liegt dann noch der wesentliche Unterschied beider Auf 
fassungen? Auch der Metallist wird heute zugeben müssen, 
daß ein Papiergeld gelegentlich seinen historischen Ur 
sprung aus dem Anschluß an Metallgeld verleugnet und 
nur noch den Namen der metallistischen Werteinheit trägt, 
dabei aber eine selbständige Wertbildung zeigt, die streng 
metallistisch nicht mehr zwanglos erklärt werden kann. 
Dann aber steht, nur noch die »sehr« theoretische Frage 
zur Diskussion, ob in diesem Falle nicht doch ein Metall im 
Füntergrunde stehen müsse. Und hier ist es nun, wo beide 
Theorien, konsequent zu Ende gedacht, sich begegnen 
müssen. Denn wie die Vorstellung eines wirklich vor 
handenen, zur Einlösung oder zur Deckung bestimmten 
Metallfonds auf die Urteile der Menschen über das Geld 
wirkt, und wie weit diese Vorstellung auch noch dann 
wirksam sein kann, wenn die Beziehung zwischen dem 
Metallfonds und der Einlösung gelockert und eine ziemlich 
problematische geworden ist, — das alles läßt sich schwer 
nachweisen. Hier versagt die Kausalerklärung, und des 
halb können die Metallisten glauben, was sie wollen, und 
ebenso die Nominalisten. Aber die Differenz der Anschauung 
wird um so kleiner, je weiter jeder denkt, je mehr er 
konsequent zum Ende zu gelangen versucht; denn dann 
werden die Metallisten ihren orthodoxen Glauben refor 
mieren müssen, wonach die Einlösung unbedingt in Metall 
zu bestehen habe, und die Nominalisten werden wieder 
das Zugeständnis machen müssen, daß irgendeine endliche 
Befriedigung des Geldinhabers in Nichtgeld erforderlich
	        
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