§ 3. Die speziellen Lehren von der Fundamentierung des Papiergeldes. 101
gehend, sieht er im Oelde eine für geschehene Leistungen
gegebene Anweisung auf Gegenleistungen (S. 24): »Als
Basis für die Geldschöpfung wird die verkaufte Ware betrachtet.«
Das Geld soll im Parallelismus mit dem Entstehen
und Vergehen der Konsumgüter, die es repräsentiert,
erscheinen und wieder verschwinden. Als Muster des »klassischen«
Geldes erscheinen daher die durch Warenwechsel
gedeckten Banknoten (S. 36). Es ist eine reine Funktionswertlehre,
die hier entwickelt wird, und es ist nur die
Konsequenz hiervon, wenn Bendixen sagt (S. 33): »Denkt
man sich die ganze Volkswirtschaft auf den Aussterbeetat
gesetzt, also einen Zustand, in welchem keine Neuproduktion,
nur Verzehrung der vorhandenen Vorräte stattfindet,
so müßte mit dem letzten Bissen auch das letzte Geldstück
verschwunden sein.«
Diese Lehre enthält manches Beachtenswerte; aber sie
ist nicht zu Ende gedacht, sie kann nicht befriedigen;
zu ihrer Kritik gilt das, was wir oben zur Kritik der Anweisungstheorie
sagten (S. 39 f.).
So wird die Fundierung eines Papiergeldes auf kaufmännische
Wechsel allein nicht ausreichen, uns die Vorstellung
der endlichen Befriedigung zu gewährleisten.
7.—9. Es wären nun die der »nominalistischen« Grundauffassung
entsprechenden Fundierungstheorien zu besprechen,
die die Ausgabe von Papiergeld auf das Verkehrsbedürfnis,
auf die Steuerzahlungsmöglichkeit, auf die
staatliche Proklamation und die »lytrische Politik« (Knapp)
gründen wollen. Diese Theorien gehen davon aus, daß eine
spezielle Deckung nicht zu fordern sei. Sie alle sind nicht
eigentlich falsch oder verkehrt, aber zu allgemein und zu
formal, um zur Erklärung auszureichen und um eine gefahrlose
Anwendung zu ermöglichen. Gewiß wird die Möglichkeit
der Verwendung zur Steuerzahlung dem Papiergeld