Full text : Logik des Geldes

§  3-  Die  speziellen  Lehren  von  der  Fundamentierung  des  Papiergeldes.  QQ

gegebenen  Scheine  ungeheuerlich  groß  war  b  Aber  hiervon ­
  abgesehen,  konnte  und  kann  eine  Fundierung  von
Staatspapiergeld  auf  den  Erlös  zu  verkaufender  Grundstücke ­
  nicht  unbedenklich  hingenommen  werden.  Nicht  weil
hier  das  Postulat  der  endlichen  Befriedigung  in  einem
brauchbaren,  materiellen  Werte  unerfüllt  bliebe,  sondern
weil  der  Weg  zu  dieser  Befriedigung  allzu  umständlich,
wo  nicht  unerreichbar  erscheinen  muß.  Wie  es  im  Bankwesen ­
  nicht  bloß  auf  die  schließliche  Sicherheit  einer  Anlage ­
  ankommt,  sondern  unter  Umständen  noch  mehr  auf
die  Liquidität,  so  auch  hier.  Die  Beruhigung,  daß  in  den
Grundstücken  Werte  enthalten  seien,  die  nach  menschlicher
Berechnung  nicht  so  leicht  gänzlich  verloren  gehen  können
wie  die  bewegliche  Habe,  diese  Beruhigung  wird  unwesentlich ­
  gegenüber  der  Schwierigkeit,  ja  Unmöglichkeit,  solche
Werte  in  kritischer  Zeit  massenhaft  einlösen  zu  können.
Man  mißverstehe  uns  nicht.  Wir  haben  an  anderer  Stelle
gerade  die  Auffassung  vertreten,  daß  die  Assignaten  sich
nicht  so  ungeheuerlich  entwertet  haben  würden,  wenn  man
nur  ihre  Menge  vorsichtig  eingeschränkt  hätte.  Trotz  der
bedenklichen  »Hypothezierung«  (Fundierung  auf  den  Erlös ­
  aus  dem  Verkauf  von  Kirchengütern)  wäre  dann  jene
enorme  Entwertung  der  Scheine  ausgeblieben  —  und  zwar,
weil  je  nach  dem  Kredit  eines  Staates  eine  mehr  ode!r
weniger  große  Menge  von  Papiergeld  sich  im  Verkehr  zu
halten  pflegt,  ungeachtet  dessen,  was  für  Theorien  man
zu  seiner  Fundierung  in  Anspruch  nimmt  und  welche  speziellen ­
  und  offiziellen  Deckungsmittel  tatsächlich  existieren
mögen  (Theorie  der  Fundierung  auf  das  Verkehrsbedürfnis,
8).  Aber  hiervon  abgesehen,  bleiben  Grundstücke  als  spezielle ­
  Fundierung  eines  Papiergeldes  ungeeignet.  Ist  doch

1  Zeitschrift  fiir  Sozialwissenschaft  1914,  S.  757.
            
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