Full text: Logik des Geldes

§ 3. Die speziellen Lehren von der Fundamentierung des Papiergeldes. 103 
Medium des »Vertrauens« hindurch. Über Steuerfundation 
und Verkehrsbedürfnis haben wir oben gesprochen. 
Eine der wesentlichsten Voraussetzungen aber, die sich 
nicht wegdeuteln läßt, bleibt die, daß die Quantität des 
Papiergeldes im Verhältnis zum Bedarf nicht zu groß sein 
darf, wenn nicht Entwertung eintreten soll. Das Vertrauen 
auf die Macht des Staates zu endlicher Befriedigung schwin 
det — wenn auch auf Umwegen —, sobald die Menge zu 
groß wird. Die alte, geradezu verpönte Quantitätstheorie 
behält doch ihren richtigen Kern 1 . Daß eine eintretende 
starke Vermehrung in der Menge der Zahlungsmittel unter 
sonst gleichbleibenden Umständen ihren Wert zu beein 
trächtigen geeignet sei, das ist beinahe eine Denknotwendig 
keit. 
Die Unhaltbarkeit der sogenannten »naiven« Quantitäts 
theorie wird dadurch nicht bestritten. Gewiß stellen wir 
uns die Beziehungen zwischen Geld und Ware nicht mehr 
mechanisch vor, so daß jedem »Mehr« von Geld innerhalb 
eines Landes sofort ein Steigen der Warenpreise entspräche, 
vielmehr rechnen wir heute mit dem elastischen Faktor des 
Kredits, mit der Nachfrage nach Zahlungsmitteln, mit der 
Zirkulationsgeschwindigkeit des Geldes. Und die etwaige 
Wirkung einer wesentlich vermehrten Geldmenge auf die 
Preise wird heute überhaupt nicht mehr mittels einer plötz 
lichen Verwandlung, durch Sprünge, sondern nur durch die 
Zwischenglieder der Diskontopolitik, der wachsenden Unter 
nehmungslust, der steigenden Nachfrage nacli Rohstoffen 
und Lebensmitteln begriffen. Gewiß unterscheidet man auch 
die Bewegung des Metallagios und der Wechselkurse von 
der der Warenpreise. Aber daß z. B. eine enorm vermehrte 
Menge von papiernen Zahlungsmitteln für die Dauer auf 
1 Moll, Zeitschrift für Sozial Wissenschaft 1914. S. 760.
	        
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