Full text : Logik des Geldes

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Erstes  Kapitel.  Methodologie.

daß  wir  in  unserer  absichtlichen  Beschränkung  auf  die  Behandlung ­
  des  statischen  Problems  weder  die  Existenz  noch
die  Bedeutung  des  dynamischen  in  Frage  stellen  wollen.  Nur
daß  gedanklich  eine  gewisse  Unterscheidung  beider  Probleme ­
  möglich  sei,  die  im  Leben  nicht  trennbar  erscheinen,
das  hoffen  wir  mit  unserer  Untersuchung  zeigen  zu  können.
Freilich:  eine  mathematisch  scharfe  Grenze  wird  sich
zwischen  den  Gebieten  der  Statik  und  Dynamik  niemals
ziehen  lassen.  Es  ist  ein  schwerer  Fehler  der  Knapp’schen
Theorie,  daß  sie  die  ah  sich  höchst  berechtigte  und  weise
Beschränkung  auf  das  qualitative  Geldproblem  übertrieben
hat.  Das  prinzipielle  Abstrahieren  von  der  Betrachtung  des
Verhältnisses  zwischen  Geld  und  Warenpreisen,  die  nahezu
völlige  Verbannung  dieses  Themas  aus  der  Diskussion  hat
dieser  Lehre  eine  gewisse  paradoxe,  geheimnisvolle  und  deshalb ­
  vielfach  bestechend  wirkende  Eigenart  gegeben,  die
aber  doch  einem  konsequenten  Durchdenken  nicht  standhält.
Die  Mauer,  die  Knapp  so  errichtet  hat,  ist  doch  auch  eine
Mauer  gegenüber  dem  Vordringen  der  Erkenntnis  geworden.
Konsequentes  Nachdenken  über  das  Wesen  des  Geldes  muß
schließlich  zu  den  Gedankengängen  der  Dynamik  führen.  Das
Moment  der  Quantität  kann  bei  einer  Diskussion  über  die
Natur  des  Geldes  nicht  entbehrt  werden,  wenn  sie  nicht  zu
öder,  unfruchtbarer  Dogmatik  erstarren  will.  Mit  der  Frage,
was  der  Staat  als  Zahlungsmittel  verwendet  und  anerkennt,
ist  für  uns  das  statische  Problem  noch  nicht  gelöst;  von
eminenter  Bedeutung  ist  die  weitere  Frage,  ob  und  wieweit
der  wirtschaftliche  Wert  dieser  Zahlungsmittel  gegenüber
den  Warenpreisen  im  Inlande  und  gegenüber  fremdem  Gelde
sich  gleichbleibt:  Und  wenn  es  uns  hier  nicht  darauf  ankommt, ­
  nach  welchen  Gesetzen  etwa  im  einzelnen  Änderungen ­
  des  Geldwertes  sich  vollziehen  —  dieses  ist  eben  das
Problem  der  »Dynamik«  —  das  eine  verlangen  auch  wir  zu
            
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