Full text : Logik des Geldes

§  2.  Die  Anweisungstheorie.

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(Seite  42.)  »Betrachten  wir  nun  zuerst  den  Gebrauchswert
des  Geldes  in  seiner  Natur  als  Äquivalent,  so  finden  wir,  daß
die  Hingabe  des  Geldes  noch  kein  wirkliches  Äquivalent,  noch
keine  wirkliche  Zahlung  für  die  dafür  empfangene  konsumierbare ­
  Ware  ist;  sondern  es  ist  erst  eine  Anweisung,  eine  Assignation,
  ein  Mandat  auf  künftige  Zahlung,  d.  h.  auf  Entlastung ­
  der  durch  die  Hingabe  des  Geldes  übernommenen
Verbindlichkeiten.  Sie  ist  keine  Zahlung  wie  die  Geldware
für  eine  andere  empfangene  konsumierbare  Ware,  sie  ist
also  noch  kein  wirkliches  Äquivalent,  sondern  bloß  ein  Zeichen, ­
  daß  künftig  erst  eine  wertvolle  Leistung  gegen  dieses
Zeichen  abzuliefern  ist,  d.  h.  daß  das  wahre  Äquivalent  erst
später  erfolgen  soll.«  —  —  —
Die  Anweisungstheorie  ist  nicht  so  auszulegen,  als  ob
sie  im  Papiergelde  etwas  definitiv  Befriedigendes  im  wirtschaftlichen ­
  Sinne  bereits  erblickte.  Aber  indem  diese  Lehre
auch  im  Metallgelde  und  im  metallenen  Stoff  keine  Befriedigung ­
  sehen  kann,  vernachlässigt  sie  absichtlich  die  Unterschiede ­
  zwischen  beiden  Geldarten  und  sieht  Geld  schlechthin ­
  —  gleichviel  ob  aus  Metall  oder  Papier  —  als  unbefriedigend ­
  an.  Sie  verlangt  daher  nicht  Einlösung  des  Papiergeldes
in  Metall.  Steht  doch  Metall  nach  ihr  der  endlichen  Befriedigung ­
  um  keinen  Schritt  näher  als  Papier.  Nur  so  ist  die
relativ  freundliche  Stellung  dieser  Lehre  zum  Papiergeld  aufzufassen. ­
  Es  handelt  sich  im  Grunde  nicht,  wie  man  gewöhnlich ­
  interpretiert,  um  eine  laxere  Auffassung  des  Papiergeldes, ­
  sondern  um  eine  skeptischere  Auffassung  des
Metallgeldes.
Was  antwortet  die  Anweisungstheorie  wohl  auf  die
Frage  nach  dem  Ende?  Da  Geld  für  sie  nur  Mittel  zum
Zweck,  bloßes  Zeichen,  Anweisung  auf  Sachgüter,  so  scheint
der  befriedigende  Abschluß  eines  Geldsystems  hier  durch
            
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