§ 3. G. F. Knapps staatliche Theorie des Geldes.
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oder wenigstens verstanden haben, und wenn die meisten,
die über Knapp urteilen, seine Lehren nur aus sekundärer
Quelle kennen, so muß es dennoch schon fast für trivial gelten,
über sein Buch noch etwas zu sagen. Und doch hat das
Werk Seiten, die von der Kritik noch nicht berücksichtigt
worden sind; immer wieder lassen sich bedeutsame Gesichtspunkte
ausfindig machen, aus denen Knapps Lehre
noch nicht betrachtet worden ist. Die Erklärung dieser Tatsachen
liegt wohl darin, daß es Knapp wie keinem anderen
Neueren geglückt ist, das Interesse für die Geldprobleme neu
zu beleben, indem er uralte Fragen in Formen gebracht hat,
die in eminentem Maße dem Denken der Lebenden angepaßt
schienen, und indem er die mannigfachen Ausstrahlungen des
statischen Geldproblemes gewissermaßen in einem Brennpunkte
gesammelt hat. Mindestens hat Knapp eine Terminologie
geschaffen, die zu einem Teile auch von seinen Gegnern
übernommen worden ist, und die ein moderner Geldtheoretiker
nur zu seinem Nachteile gänzlich meiden könnte.
Gerade wer über Knapp hinausgehen will, wird von dieser
Terminologie Gebrauch machen müssen, um das Materiell-Unterscheidende
der Auffassung deutlich hervortreten zu
lassen. Wenn die eigentümliche Sprache das Buch dem oberflächlichen
und halbgebildeten Leser absolut unzugänglich
macht, so darf die Fähigkeit des Autors, Dinge schwierig
darzustellen, die sich einfacher sagen ließen, nicht durchaus
als ein Mangel angesehen werden. Denn sie bewirkt schließlich,
daß der ernstere Leser auch die einfacheren Probleme
bis in ihre tiefsten Tiefen hinein und bis zu den letzten Konsequenzen
zu durchdenken versucht, während er sie in glatteren,
älteren Darstellungen vielleicht übersehen hätte.
Es ist hier nicht unsere Aufgabe, Knapps Theorie darzustellen
oder zu kritisieren. Beides ist mehr oder weniger
glücklich bereits häufig geschehen. Hier handelt es sich nur