Full text: Logik des Geldes

40 Drittes Kapitel. Die Geldliteratur und derVersuch, zu Ende zu denken. 
Einlösung in Sachgütern oder Diensten schlechthin gegeben. 
Aber es scheint nur so. Die Anweisungstheorie zeigt uns 
hier in Wirklichkeit keinen Abschluß, sondern eine unend 
liche Reihe. Geld wird ausgetauscht gegen Ware und immer 
wieder ausgetauscht, es wird unendliche Male ausgetauscht, 
und wo man auch diese Reihe abbrechen mag, ein Ende ist 
nirgends abzusehen 1 . Denn immer bleibt das an sich wert 
lose, mit der Eigenschaft einer Marke behaftete Geld übrig, 
das eben eine reale Befriedigung nicht gewährt, das nicht ge 
stattet, es als Selbstzweck und Ende zu betrachten, sondern 
uns immer wieder zwingt, die unendliche Reihe fortzusetzen. 
Die Anweisungstheorie liefert also keine Lösung für das 
Problem des Endes. In formaler Hinsicht ist der konse 
quente Metallismus vollkommener. Seine Hypothese ist ge 
schlossen und zeigt einen vollendeten Kreislauf des wirt 
schaftlichen Lebens. Sie zeigt, was aus dem Golde selbst 
wird. Am Ende der logischen Kette steht Metallgeld oder 
Metall mit der Möglichkeit unmittelbarer Befriedigung für 
den Inhaber. 
§ 3. 
G. F. Knapps staatliche Theorie des Geldes. 
Es gibt wohl kaum eine Erscheinung der neueren Geld 
literatur, über die so viel geschrieben worden ist, wie die 
»Staatliche Theorie des Geldes« von Knapp. Wenn auch, 
von Knapps Schülern abgesehen, die Zahl derjenigen keines 
wegs groß sein dürfte, die seine schwierige Sprache erlernt 
1 »Die Bestimmung des Talers ist, in alle Ewigkeit fort aus einer Hand 
in die andere zu gehen, folglich nie aus dem Umlaufsfonds zu treten, nie 
in den Fonds des Verbrauchs, noch in jenen des Kapitals überzugehen« 
(Buquoy a. a. O. S. 271). »In jedem dieser sinnlichen Darstellungszeichen 
des Geldes (Geldstück und Banknote) liegt der Keim zu einer bis ins Un 
endliche unberechenbaren Wirksamkeit auf Tausch« (Ebenda).
	        
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