Full text : Logik des Geldes

54  Drittes  Kapitel.  Die  Geldliteratur  und  derVersuch,  zu  Ende  zu  denken.

begriffe,  hätte  von  dem  Wesen  des  Geldes  und  weiterhin  von
seinem  Leben  und  seinem  Umlauf  eine  ebenso  falsche  und  tote
Vorstellung  als  derjenige,  der  eine  bloß  idealische  Anschauung
desselben  nährte,  d.  h.,  der  es  nur  als  Wort,  als  fixiertes  Wort,
im  Münzstempel  oder  auf  dem  Papier  zu  begreifen  wüßte.
(Theorie  d.  G.  S.  158/9.)
»Zwanzig  Pfund  Sterling  heißt  also  nicht  400  derjenigen  Schillinge, ­
  von  denen  62  ein  Pfund  Troy  reinen  Silbers  ausmachen,
sondern  20  Teile  von  England,  von  dem  Glauben  an  England  oder
20  Teile  des  Kredites  von  England.  (Theorie  d.  G.  S.  237.)
»Indes  so  gut  wie  das  Privatprodukt,  die  einzelne  Ware,  welche
der  Privatmann  erzeugt  oder  besitzt,  und  die  in  seiner  Privathaushaltung ­
  dieselbe  Geldfunktion  verrichtet,  die  in  der  Nationalhaus  •
haltung,  das  edle  Metall  —  erst  realisiert  werden  muß,  erst  in
die  allgemeine  Ware  verwandelt  werden,  wenn  die  Ökonomie  fortrücken ­
  soll,  ebenso  gut  muß  auch  der  Privatkredit  erst  realisiert,
erst  im  allgemeinen  in  Nationalkredit  verwandelt  werden.  Die  allgemeine ­
  Ware,  die  Realität,  in  welche  die  Waren  umgesetzt  werden, ­
  wenn  sie  nach  unserer  Benennung  realisiert  werden,  ist  das
Metallgeld.  In  Staaten,  wo  nur  eine  Metallzirkulation  existiert,
wo  das  Metall  das  einzig  ökonomisch  Allgemeine  ist,  kann  auch
der  Privatkredit  wieder  in  nichts  anderem  realisiert  werden,  als
in  Metallgeld;  es  ist  also  klar,  daß  in  solchen  Staaten  (wenn  sie
überhaupt  noch  den  Namen  Staat  verdienen),  die  Schwerfälligkeit,
Unnachgiebigkeit  des  Metalls,  welches  nur  durch  seine  Masse  gilt,
sich  allen  einzelnen  Geschäften  mitteilt;  während,  wenn  aller  Privatkredit ­
  ebenso  gut  seinen  eigentümlichen  Mittelpunkt  hätte,  als'
alle  Privatwaren  in  dem  Metallgeld  den  ihrigen  haben,  die  zur
Massenkraft  des  Metalls  notwendige  Seltenheit  desselben  geschont
und  dennoch  das  Geschäft  durch  eine  Garantie  ganz  anderer  Art
als  der  Masse,  sichergestellt  werden  könnte.  (Theorie  d.  G.
S.  254/5.)
»Ja,  wenn  man  in  Anschlag  bringt,  daß  das  Gold  unter  allen
Verhältnissen  viel  leichter  wieder  zu  gewinnen  ist,  als  ein  hundertjähriger ­
  Kredit,  und  daß  auch  die  Materie  des  Goldes,  wenn  sie
einmal  verloren,  nicht  immer  mit  bloßer  Privatkraft  wieder  zu  ersetzen ­
  ist,  so  müßte  man,  wenn  für  die  Haushaltung  von  Großbritannien ­
  überhaupt  eine  Gefahr  wäre,  eine  viel  größere  Gefahr
darin  finden,  wenn  die  Bank  von  England,  auch  ohne  Bankerott,
durch  freies  Einziehen  ihrer  Noten  einginge  und  die  Achse  der
Ökonomie  nunmehr  bloß  aus  Guineen  bestände,  als  da,  wie  es
jetzt  der  Fall  ist,  das  Gold,  das  ebenso  leicht  wiederkehrt  als  verschwindet, ­
  sich  entfernte,  und  Banknoten  alle  Kreditgeld-  und  Metallgeldfunktionen ­
  zugleich  verrichteten.«  (Theorie  d.  G.  S.  277.)
»Das  Weltgeld  nun,  so  gut  als  das  Nationalgeld,  zerfällt  wieder ­
            
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