§ 4. Adam Müllers Lehre vom ewigen Nationalkredit. 57
und der Staatswirtschaft. Vielleicht hat nie eine Qeldlehre
sich so von den Fehlern des Metallismus wie des Nominalis
mus gleichzeitig ferngehalten, nie eine Lehre so vollkommen
die wahren Erkenntnisse beider in sich vereinigt; selten
wohl ist abstraktes Denken bis zu den äußersten Konse
quenzen in so eminentem Maße mit einer klaren Anschauung
des Wirklichen vereinigt gewesen, selten auch mit solcher
Kühnheit das Mögliche bis in die fernsten Fernen vorausge
sehen worden. Selten sind die nüchternen Begriffe der Wirt
schaftswissenschaft in so wunderbar poetischer Verklärung
erschienen wie hier.
Und dennoch können wir heute auch in Müllers Lehre
nicht eine endgültige und befriedigende Lösung des Problems
vom Ende sehen, — wobei freilich dahingestellt bleiben muß,
ob eine solche überhaupt denkbar ist.
Warum der Begriff der Unendlichkeit, auf das Leben der
Staaten angewandt, in der wirtschaftlichen Logik keine so
große Rolle spielen darf wie bei Müller, das soll im folgen
den Abschnitt gezeigt werden.