Full text : Logik des Geldes

60  Viertes  Kapitel.  Grundlegung  einer  wirtschaftlichen  Theorie  des  Geldes.

wie  weit  sie  an  die  Oberfläche  des  Bewußtseins  gelangen
werden  —  verlangen  ungeachtet  aller  individuellen  Verschiedenheit ­
  des  Geldbegriffs,  daß  der  Besitz  von  Geld
schließlich  zu  irgendeiner  materiellen  (oder  auch  immateriellen) ­
  Befriedigung  führe,  die  entweder  unmittelbar ­
  am  Stoffe  des  Geldes  möglich  werde  oder
aber  durch  Einlösung  in  anderen  Gütern  oder  Diensten.
Man  wird  vielleicht  sagen,  dies  sei  etwas  Selbstverständliches ­
  und  Nichtssagendes,  und  vorstehende  Erörterungen  daher ­
  überflüssig.  Aber  wenn  man  unsern  Satz  zugesteht,  so
hat  man  damit  von  vornherein  alle  Theorien  abgelehnt,  die
in  dem  bloßen  Zirkulieren  das  Wesen  des  Geldes  sehen,  ohne
weitere  Fragen  zu  stellen.  Damit  ist  man  über  Knapp  und
die  Anweisungstheorie  hinausgegangen:  Sie  fragten  gar
nicht  nach  der  Einlösung.  Aber  auch  den  orthodoxen  Metallismus ­
  hat  man  abgelehnt:  Er  sah  die  Einlösung  nur  im.
Metall.
Freilich,  das  Neue  unserer  Auffassung  liegt  nicht  so  sehr
in  der  besonderen  Vorstellung  der  Einlösung  an  sich,  als  ia
der  Betonung  der  logischen  Erkenntnis,  daß  das  Geld  nicht
ist,  sondern  gedacht  wird  (vgl.  S.  21).  Nicht  ob  dieser  oder
jener  Staat  sein  Geld  wirklich  jemals  einlösen  kann  oder
will,  nicht  ob  er  durch  irgendein  privates  oder  öffentliches
Recht  dazu  verpflichtet  wird,  interessiert  uns,  sondern  nur
die  Frage:  Wie  stellen  wir,  als  wirtschaftende  Menschen,
uns  das  Geld  und  das  Ende  des  Geldes  vor,  und  welche  Vorstellungen ­
  liegen  etwa  im  Unterbewußtsein?  Es  fragt  sich  nun
weiter:  Besitzen  jene  Vorstellungen  der  wirtschaftlichen  Logik ­
  irgendwelche  Realität?  Sind  sie  mehr  als  eine  willkürliche
Konstruktion?  Und  da  antworten  wir:  Allerdings!
Ist  es  doch  diese  wirtschaftliche  Logik,  die  sich  in  den
Handlungen  der  Menschen  schließlich  durchsetzt.  Sie  setzt
sich  durch  mit  Hilfe  des  feinen  und  komplizierten  Mechanis ­
            
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