Full text: Logik des Geldes

66 Viertes Kapitel. Grundlegung einer wirtschaftlichen Theorie des Geldes. 
seine Stabilität zu garantieren. Diese Erkenntnis hat aber 
eigentlich nur einen überwiegend negativen Sinn, und ihr 
Charakter ist ein ziemlich formaler. Viel interessanter wäre 
für uns die Untersuchung des empirisch-dynamischen Pro 
blems, welchen positiven Inhalt dieser Satz für ein konkret 
historisches Phänomen erhält. Hierauf aber müssen wir ver 
zichten, nicht nur, weil diese Untersuchung weit hinausgehen 
würde über die Grenzen unserer Hauptaufgabe, sondern auch 
wegen ihrer besonderen Schwierigkeiten. Aus den konkreten 
Ziffern der Steuersummen und den höchst vagen und pro- 
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blematischen Schätzungen des Geldumlaufes und seiner Ge 
schwindigkeit die Chancen eines nationalen Papiergeldes her 
ausrechnen zu wollen, oder aber eine allgemeine Formel hier 
für zu liefern, das erscheint nicht bloß gewagt, sondern dilet 
tantisch. Die methodologischen Fehler derartiger Berech 
nungen erinnerten allzu sehr an die Irrtümer der sogenannten 
naiven Quantitätstheorie. 
Kehren wir nun zum Hauptthema zurück: Es wäre lächer 
lich, zu behaupten, daß der wirtschaftliche Durchschnitts 
mensch komplizierte Betrachtungen darüber anstellt, ob die 
ausgegebene Menge des Papiergeldes in einem Staate etwa 
in einem angemessenen Verhältnis stehe zur Steuersumme 
des Landes oder zu ähnlichen Größen. Aber in der Bewer 
tung, die z. B. das Ausland einem Währungsgelde zuteil 
werden läßt, dringt auch das Urteil darüber durch, wie weit 
man seine Steuer- und sonstige Kassenfundation für 
ausreichend hält - ein Urteil, das freilich durchaus nicht an 
die Oberfläche des Bewußtseins gelangt zu sein braucht. 
§ 3. 
Das alte Kapitel von den Eigenschaften der Edelmetalle. 
Man hat darüber gespottet, daß die Aufzählung der cha 
rakteristischen Eigenschaften, die die Edelmetalle zum Geld-
	        
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