Erstes Kapitel.
Methodologie.
Einleitung: Alte und neue Geldlehre.
Wer über die Theorie des Oeldes schreibt, der setzt sich
heute von vornherein dem Mißtrauen der Fachgelehrten aus.
Ist doch kaum auf einem andern Gebiete so viel wie hier
gesündigt worden. Haben doch kaum irgendwo anders so
oft ungelehrte und gelehrte Dilettanten mit dem Anspruch
auf Originalität und Priorität uralte Wahrheit wie uralten
Schein immer wieder neu vorgetragen. Kann es hier wirklich
noch etwas geben, was sich zu sagen lohnte und was
noch nicht gesagt worden wäre? Haben nicht viele Jahrhunderte
lang die Rätsel des Geldes den Menschen beschäftigt?
Haben nicht neben Tausenden von Mittelmäßigen auch die
größten Geister, die schärfsten Köpfe, die gründlichsten
Denker darüber nachgesonnen? Universelle Denker neben
einseitigen, Philosophen wie Nationalökonomen, Rechtsgelehrte
und Historiker, Geographen und Ethnologen, Kaufleute
und Bankiers? Ist nicht jede einzelne historische Erscheinung
des Geldwesens hundertmal beschrieben, durchdacht,
analysiert und gedeutet worden?
In der Tat, die Literatur ist unübersehbar, und wenn man
schon vor Jahren darauf hingewiesen hat, daß weit mehr
als 6000 selbständige Schriften und Abhandlungen über
»Geld« uns erhalten seien, so kann in einer solchen Schätzung
die Grenze des Gezählten und des Nichtgerechneten gewiß
nur sehr willkürlich gezogen sein. Und dabei erscheint der
von außen der »statischen« Geldtheorie sich darbietende
Stoff im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Gebieten als
ein eng begrenzter, fest umschlossener. Die »Tatsachen« an
Moll, Logik des Geldes.
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