Full text: Logik des Geldes

Anhang. 
Fünftes Kapitel. 
Zur Systematisierung der Lehren vom Papiergelde. 
§ 1. 
Einleitung. 
Alle bisherigen Erörterungen bezogen sich auf das Geld 
im allgemeinen, wobei freilich das Papiergeld einen wich 
tigen und interessanten Spezialfall bildet. Zum Schluß sollen 
hier noch einige Betrachtungen über das stoffwertlose Geld 
insbesondere Platz finden. Unsere Grundauffassung ist be 
reits im vorigen enthalten. Hier soll der prinzipielle Rela 
tivismus der Geldanschauung nur noch einen deutlicheren 
Ausdruck finden: Wir glauben hiermit gleichzeitig eine 
Lücke auszufüllen. Eine einigermaßen objektive Gegenüber 
stellung der beiden älteren bekannten Grundanschauungen 
müßte zwar den unentbehrlichen Bestandteil eines jeden 
Lehrbuches bilden, existiert aber in Wirklichkeit noch gar 
nicht. Vielmehr pflegt die Lehre vom Papiergeld in der 
Literatur mit einer Einseitigkeit dargestellt zu werden, die 
nicht in der Natur des Gegenstandes begründet scheint, 
und aus der nur die Absicht oder der unbewußte Drang 
des Autors spricht, sich lieber sein Kampfobjekt zu er 
halten, als Zweifel aufkommen zu lassen und die geg 
nerische Lehre einer ernsthaften Betrachtung zu unterziehen. 
Entweder man bleibt Anhänger des Papiergeldes oder Geg 
ner. Und wenn Knapp darüber spottet, daß die Wissen 
schaft diesen Stoff nie objektiv, theoretisch-analysierend 
behandle, wenn er darauf hinweist, daß eine Theorie nicht 
»empfehlen«, sondern »erklären« solle, so ist das gewiß 
richtig, aber dessenungeachtet ist auch seine »erklärende«
	        
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