5. Die Fabrik.
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2. sind bestehende Großindustrien aus den oben angeführten Gründen immer
von so entscheidender Wichtigkeit für das ganze wirtschaftliche Leben des Staates, daß
eine Nichtberücksichtigung ihrer Interessen stets auch die Schädigung weiterer Be
völkerungskreise in sich schließt;
3. endlich werden die Großindustrien von den staatlichen Maßnahmen vermöge
der größeren Intelligenz, der größeren Vermögen und der rascheren Orientierung
ihrer Leiter stets einen viel stärkeren Gebrauch machen als die kleinen. Ausstellungen,
gewerbliches Unterrichtswesen, Muster- und Markenschutz, Privilegien, Patente usw.,
die formell nicht der Großindustrie allein dienen, werden doch ihr in stärkerem Maße
zugute kommen.
So ist das Fabrikswesen durch innere und äußere Momente im 19. Jahrhundert
mächtig gefördert worden. Die als Fabriken zu bezeichnenden Unternehmungen
haben nicht nur an Zahl bedeutend zugenommen: es ist auch eine innere Entwicklung
bemerkbar, welche für die ganze volkswirtschaftliche Organisation wichtig geworden
ist. Es sind den einfachen» dem Handwerk gegenüber als Großbetriebe zu bezeich
nenden Fabriken fabriksmäßige Großbetriebe entgegengetreten, welche die ersteren an
Intensität der Arbeitsteilung und Arbeitsvereinigung, in der quantitativen und quali
tativen Bedeutung der angewendeten Maschinen und Apparate, in der Zahl der beschäf
tigten Arbeitskräfte, in der Größe des angelegten Kapitals und in der ganzen Organi
sation um ein bedeutendes überragen. Die Weiterbildung der Fabriksbetriebe
geschieht nicht nur durch eine gesteigerte Anwendung derjenigen Mittel, durch welche
die Fabrik das Handwerk übertrifft; sie bedient sich auch neuer Mittel. Solche sind:
die Spezialisation des Betriebes, die Kombination mehrerer Betriebe, die Abgabe
der kaufmännischen Funktion der Betriebsleitung an selbständige Unternehmungen,
die örtliche Zusammenfassung von Fabriksbetrieben und endlich ihre Vereinigung in
Gemeinschaftsorganisationen, wie Kartelle und Trusts.
Die Spezialisation ist Beschränkung der Produktion auf Artikel von
geringer Verschiedenartigkeit. Sie gewährt alle Vorteile der Verbilligung und Ver
vollkommnung einer stets in gleicher Richtung vor sich gehenden Arbeit.
Die Kombination mehrerer Betriebe liegt dann vor, wenn verschiedene Pro
duktionsstufen von einer Unternehmung zusammengefaßt werden; wenn z. B. zu
einem Stahlwerk ein Hochofen, zu diesem Erzgruben und Kohlenbergwerke, Koks
fabriken und dgl. hinzutreten, also Roh- und Hilfsstoffe der Ganzfabrikation in eigenen
Betrieben für den Eigenbedarf gewonnen oder die Abfallstoffe der Produktion selb
ständig verwertet werden. Dadurch gewinnt der Unternehmer nicht nur die Sicher
heit guter Qualität seiner Roh- und Hilfsstoffe, die Unabhängigkeit von Störungen,
er spart auch alle über die Produktionskosten hinausgehenden Kosten eines Kaufes
zu Marktpreisen.
Durch die Trennung der kaufmännischen Aufgaben des Ein
kaufes von Rohstoffen, des detaillierten Verkaufes von Produkten wird die Leitung
entlastet und kann sich mit größerer Energie der technischen Aufgabe zuwenden.
Durch die örtliche Zusammenfassung von Fabriken (Maschinen
industrie und Baumwollenindustrie, Spinnerei und Weberei) werden Transportkosten
gespart, Fortschritte der Technik rasch ausgenützt, wird Spezialisierung erleichtert.
In den Kartellen und Trusts endlich treten Vereinbarungen auf, welche
monopolistisch die Fabrikation bestimmter Produktionszweige beherrschen.
Unter Anwendung dieser Mittel sind mächtige Unternehmungen entstanden,
welche Tausende von Arbeitern beschäftigen, technische Anstalten der verschiedensten
Art in Betrieb setzen und einen Verkehr mit allen Weltteilen entfalten. Solche
Unternehmungen können, auch wenn sie einem Eigentümer gehören, nicht mehr
von einem einzelnen geleitet werden; die Leitung ist einer Mehrzahl von Angestellten