Full text: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Fünfter Teil. Verkehr. II. Post. 
Verwaltung geblieben ist. Zu dieser Postanstalt trat im Jahre 1751 das bisherige 
städtische Amt in der Börse auf dem Heumarkt als Zweigstelle hinzu, nachdem der 
Rat der Stadt seine eigene Botenanstalt gegen eine jährliche Abgabe an dje 
Taxissche Verwaltung abgetreten und damit dem jahrhundertelangen Streite zwischen 
den beiden Verwaltungen ein Ende gemacht hatte. Auf die Entwickelung des 
Kölner Postwesens konnte dieser Schritt nur wohltätig einwirken; der Verkehr 
ließ sich nunmehr freier und selbständiger ausgestalten, und als im Jahre 1794 der 
..Römisch Kaiserlichen Majestät Erb-General-Reichs-Oberpostamt zu Köln" durch 
das Einrücken der Franzosen ein Ende fand. war dasselbe eines der bedeutendsten 
Anstalten der Taxisschen Verwaltung, hatte auch die Stellung einer vorgesetzten 
Behörde gegenüber einem Teile der Postämter auf dem linken Rheinufer. 
Nach Beseitigung der Franzosenherrschaft (1814) ging die Kölner Post zu 
nächst für kurze Zeit noch einmal an die Taxissche Verwaltung über, bis dann 
im Jahre 1816 der preußische Staat seine Tätigkeit begann, der schon längst, 
wie andere deutsche Staaten, nicht nur das Postregal. d. h. das Recht, ausschließlich 
Posten anzulegen und zu unterhalten, für sich in Anspruch nahm, sondern auch 
den Postzwang eingeführt hatte, nach welchem die regelmäßige Beförderung von 
Personen, Briefen und Paketen ihm allein vorbehalten war (jetzt auf Briefe und 
politische Zeitungen beschränkt, nach näherer Bestimmung des Reichsgesetzes über 
das Postwesen). Die musterhafte Organisation der preußischen Verwaltung brachte 
auch unserer Stadt neue Vorteile. Die auswärtigen postalischen Verbindungen 
wurden alsbald wesentlich verbessert und erweitert, aber auch im örtlichen Verkehr 
bedeutende Erleichterungen eingeführt. Im Jahre 1824 ging man mit der Auf 
stellung von Briefkasten vor. die allerdings erst von 1850, nach Einführung der 
Freimarken, größere praktische Bedeutung gewannen. Gegenwärtig beträgt ihre 
Zahl in Köln 450 [1910 : 661]. Auch das Briefbestellungswesen in der Stadt nahm 
eine geordnetere Gestalt an, während den umliegenden Wohnplätzen, deren Be 
völkerung bis dahin auf das Abholen der Sendungen am Kölner Postamts ange 
wiesen war, die Anstellung von Landbriefträgern eine große Erleichterung brachte. 
Die Einrichtung öffentlicher Verkaufsstellen für Postwertzeichen begann in Köln 
im Jahre 1872. 
3. Die Preußische Post in der Napoleonischen geit. 
Von Heinrich v. Stephan. 
Stephan, Geschichte der Preußischen Post von ihrem Ursprünge bis auf die 
Gegenwart. Nach amtlichen Quellen. Berlin, Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hof- 
buchdruckerei (R. Decker). 1859. S. 373—376. 
Bei der Störung der inneren und der Umwälzung der äußeren Staatsver 
hältnisse in der Napoleonischen Zeit hatte, wie Hardenberg schreibt, unter allen 
Staatsanstalten das Postwesen mit am meisten gelitten. Der ganze Zusammen 
hang der Postverbindungen, welcher sich auf der Grundlage der historischen Staats 
territorienbildung und der eigentümlichen Entwickelung der internationalen Verkehrs 
beziehungen im Laufe der Zeit gebildet hatte, war schonungslos zerrissen worden. 
Unnatürliche Verbindungen, den Interessen des Volkes fremd und lediglich den 
selbstsüchtigen Zwecken seiner Unterdrücker dienend, waren an dessen Stelle getreten. 
Deutschland war mit einer Unzahl von Territorial-Postinstituten überschwemmt 
worden, bei denen in Verwaltung und Betrieb, in Spedition und Taxe. in Sprache 
und Gesetzgebung die größte Verschiedenheit herrschte. Die vielen blutigen Kriege 
hatten den Verkehr gelähmt, die Bande der Ordnung und Disziplin erschüttert, die
	        
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