31
13. Friedrich Alfred Krupp.
Ehrenmitgliedes des „Vereins deutscher Eisenhüttenleute" mit der ihm eigenen Be
scheidenheit nur unter dem Hinweise darauf annahm, daß er es als eine Anerkennung
temer treuen Mitarbeiter ansehen müsse, da hatten sie während ihres längeren Be-
1) ^sm* n ®^l en "^reichende Gelegenheit, nicht nur die hervorragenden Leistungen
er Mitarbeiter der Firma Krupp zu bewundern, auch nicht allein die bekannte
eisterschaft Krupps in der wohlwollendsten, in einzelnen Fällen bis zu persönlicher
Freundschaft gesteigerten Fürsorge auch für den geringsten seiner Arbeiter wieder
no wieder anzuerkennen, — sie fanden auch in musterhaft angeordneten Samm-
. , n 9 e " auf dem „Hügel" weniger allgemein bekannte, doch wissenschaftlich hoch-
ereßante Ergebnisse persönlicher Forschungen des vielbeschäftigten Leiters der
großen Firma, Forschungen, welche er während seiner Erholungsreisen auf den Ge
beten der Zoologie, der Paläontologie und der Geologie betrieb, so daß der Text
es Ehrendoktor-Diploms nach keiner Seite hin irgendwelche Übertreibung enthält,
re ferner das Ausland die wissenschaftliche Betätigung F. A. Krupps anerkannte,
^r u. a. durch die Verleihung der Vessemer-Medaille des Iran and Steel Institute
ewiesen. Und so darf hier festgestellt werden, daß durch Friedrich Alfred Krupps
rief * Un ^ öarch die Tätigkeit der Männer, die er zur Mitarbeit berief, das väter-
r re Werk zu dem Riesenumfange gewachsen ist, den es heute aufweist. Ich will
rn unserm heutigen Kreise hierauf nicht näher eingehen: das hat noch jüngst vor
infer aller Augen gelegen, als in der Düsseldorfer Ausstellung ein Einblick in die
eistungsfähigkeit des Werkes nach der technischen Seite ebenso gegeben war wie
n seine Absatzbeziehungen zur ganzen Welt und nicht in letzter Linie in seine außer-
roentlich umfassende und nachahmenswerte Tätigkeit auf dem Gebiete sozialer Für-
J| r 0 e für Arbeiter und Beamte. Dieser Einblick zeigte uns, daß Friedrich Alfred
, ^upp im laufenden Jahre 43 083 Beamte und Arbeiter beschäftigte, und daß die
esamtzahl der Werksangehörigen einschließlich der Frauen und Kinder 147 645 be-
ru 9' "üt anderen Worten, daß seit 1887 unter seiner Leitung die Zahl der Beamten
md Arbeiter um rund 22 000 zugenommen hat. Welche Entwicklung auch nach
er technischen Seite hin durch diese Ziffern bewiesen wird, brauche ich in unserm
reise nicht darzulegen. Die Einbeziehung von Kohlenzechen, die Aufnahme der
l-anzerplattenfabrikation, der Ankauf des Grusonwerkes und die Errichtung von
Vanzerständen, der Erwerb der Germaniawerft zwecks Herstellung von Schiffs
auten und die Anlage des großen Hütten- und Walzwerkes in Rheinhausen be-
aeichnen nur die Hauptpunkte in dieser interessanten Entwicklungsreihe.
Auf sozialem Gebiete aber künden 5500 Familienwohnungen mit 26 700 Ein
wohnern, künden der Altenhof, die Iunggesellenheime, die Beamtenkasinos, die un
zähligen Versorgungskassen, die Kirchen und Schulen, der Konsumverein, die Koch-
eyranstalten und die Kinderkrippen weithin den Ruhm des Verewigten, der in dieser
^ugkest von seiner trefflichen, gütigen und verständigen Gattin Margarete in hohem
säße unterstützt wurde, die wie ihr Mann und dessen Vater die Achtung vor kleinen
Mausern teilt, und die deshalb namentlich auch in den Kreisen der Arbeiterfrauen
6roße und berechtigte Liebe und Verehrung genießt. Sagte mir doch eine
Arbeiterfrau, die ich anläßlich der Anwesenheit unserer Kaiserin in einer der
kruppschen Kolonien nach dem Eindruck fragte, den die Kaiserin auf sie gemacht
habe: „O, das scheint fast eine ebenso liebe Frau zu sein wie unsere liebe Frau
Krupp", — ein Zeugnis aus dem Munde einer einfachen Frau aus dem Volke, das
u^lde Teile in gleicher Weise ehrt.
Die soziale Tätigkeit bildete auch dann das Glück des Verewigten, als aus
gegnerischem Lager Verleumdungen und Verdächtigungen kamen, die ihm das Wirken
gerade auf diesem Gebiete hätten verleiden können. Hätten jene Gegner den Mann
>hrer Angriffe in seiner Herzensgüte und Menschenliebe, in seiner Bescheidenheit und