Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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welchen Regungen bewusster Fürsorge vertauscht wurde. Jedoch 
ist die Grenzlinie, welche das vorherrschend instinctive Ver 
halten von einem merklichen Hervortreten des regelnden Be 
wusstseins trennt, ohne Rücksicht auf Grössenbestimmungen 
gar nicht zu ziehen, weil es überhaupt keine Triebe und In- 
stincte giebt, die nicht von Vorstellungen begleitet wären. Bei 
den höheren Thieren liegt es sichtbar genug vor Augen, wie 
sie für ihre Existenz soi-gen und hiebei innerhalb eines frei 
lich sehr engen Rahmens nicht ohne Heberlegung thätig sind. 
Etwas sonderlich Anderes ist bei dem nur wenig entwickelten 
Menschen auch nicht vorauszusetzen. Um also den Horizont 
der Vergangenheit nicht gänzlich gestaltlos werden zu lassen, 
mag man sich die vorgeschichtliche Zeit nach Maassgabe der 
neusten Vorstellungen über das Alter und den thierischen 
Ausgangspunkt der Menschengattung wenigstens in einigen 
Zügen auch wirthschaftlich zu reconstruiren versuchen. Man 
mag es immerhin unternehmen, das Gepräge von Zuständen 
zu kennzeichnen, in denen die Werkzeuge von Stein waren, 
oder in denen die Menschen buchstäblich und nicht blos meta 
phorisch wie später, von dem Fleisch und Blut ihrer eignen 
Species lebten. Hiedurch wird man die Stetigkeit und Voll 
ständigkeit des gesummten Entwicklungsganges fördern. Allein 
für den Zweck einer Geschichte der Wissenschaft sind die An 
deutungen jener Möglichkeit vollkommen hinreichend. 
Ja diese Hinweisungen auf die Urzustände haben sogar einen 
entgegengesetzten Vortheil. Sie zeigen, wieweit man sich ver 
irren würde, wenn man jede, auf wirthschaftliche Gegenstände 
bezügliche Vorstellung als einen wissenschaftlichen Bestandtheil 
der Oekonomie betrachten wollte. Dieser Fehler wird nicht 
leicht in Beziehung auf die vorgeschichtliche Urvergangenheit 
gemacht werden; denn dort verbietet er sich fast von selbst. 
Jedoch versucht er sich sofort geltend zu machen, sobald ent 
wickeltere Verhältnisse geschichtlich vorliegen. In diesem Fall 
wird das Vorhandensein einer mehr oder minder verzweigten 
Wirthschaft und der sich unmittelbar an dieselbe knüpfenden, 
ganz gewöhnlichen Vorstellungen mit der Existenz einer wissen 
schaftlichen Erkenntniss verwechselt. Aus diesem Mangel an 
Unterscheidung gehen dann jene Behauptungen hervor, dass 
^ie Nationalökonomie viel älter sei, als man gewöhnlich an- 
üehme. Solche Ansichten sind in verschiedenen Ländern auf-
	        
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