Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die  Gruppe  der  Historiker
Die  Bedeutung  der  historischen  Methode  für  die  Nationalökonomie ­
  beurteilt  er  folgendermaßen:
1.  Die  historische  Methode  allein  ist  nicht  ausreichend  zur
Feststellung  der  meisten  grundlegenden  Gesetze  der  Volkswirtschaftslehre. ­

2.  Die  beschreibende  und  historische  Methode  ist  besonders
wertvoll  um  zu  kontrollieren,  ob  die  auf  Grund  von  Beobachtungen ­
  gewonnenen  Schlüsse  der  Wirklichkeit  entsprechen,  ob
sie  universelle  Bedeutung  haben  oder  lokal  und  zeitlich  begrenzt ­
  sind.
3.  Das  eigentliche  Tummelfeld  für  die  historische  Methode
sind  die  Fragen  der  Volkswirtschaftspolitik.
4.  Die  historische  Methode  ist  notwendig,  um  die  Beziehungen ­
  der  wirtschaftlichen  Erscheinungen  zum  gesamten
Volksleben  verständlich  zu  machen.
5.  Die  historische  Methode  leistet  der  politischen  Ökonomie ­
  gute  Dienste,  indem  sie  die  Entstehung  der  volkswirtschaftlichen ­
  Theorien,  die  Kontroversen  und  die  Aufeinanderfolge  der
verschiedenen  Schulen,  sowie  die  Beziehungen  der  Systeme  zu
den  sozialen  Zuständen,  in  denen  sie  entstanden  sind,  nachweist.
6.  Aus  der  Handhabung  der  historischen  Methode  ergibt
sich  eine  exakte  Wirtschaftsgeschichte,  deren  Wert  um  so  höher
anzuschlagen  ist,  als  die  allgemeine  Geschichte  bisher  die  wirtschaftlichen ­
  Phänomene  vernachlässigte  oder  ungenügend  und
unrichtig  erfaßte.
7.  Mißbräuchlich  wird  die  historische  Methode,  wenn  man
versucht,  sie  ausschließlich  anzuwenden,  statt  sie  mit  der
Methode  direkter,  zeitgenössischer  Einzelbeobachtung  zu  verbinden. ­
  Denn  alsdann  läuft  man  Gefahr,  nur  äußere  Erscheinungsformen ­
  und  zufällige  Resultate  zu  erfassen,  ohne  bis  zur
Wesenheit  der  Dinge  vorzudringen.  Man  macht  insbesondere

fruchtet  sie  ;  sie  setzt  sie  in  die  Lage,  die  rationellen  Lehrsätze  zu  kontrollieren, ­
  in  die  verborgenen  Falten  des  Lebens  der  Völker  einzudringen  und  so
die  Verschiedenheit  der  Erscheinungen  in  derselben  Zeit  und  deren  Veränderungen ­
  in  der  Aufeinanderfolge  der  Zeiten  zu  beleuchten  ;  ihre  Forschungen  und
die  Tragweite  ihrer  Lehren  in  dem  Maße  zu  erweitern,  als  sich  die  materiellen
Interessen  der  Gesellschaften  ausdehnen  und  verschieben;  die  intimen  Beziehungen
zu  zeigen,  welche  in  jeder  Epoche  die  wirtschaftlichen  Dinge  mit  der  gesamten
sozialen  Ordnung  verbinden.“  ibid.  p.  XIII—XIV.
            
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